Orascom erhält Strafe von der Börsenaufsicht

Ungemach für Orascom: Wegen eines Verstosses gegen Rechnungslegungsvorschriften wird dem Konzern eine Busse aufgebrummt. Zudem schliesst das Unternehmen in den roten Zahlen.

Gründe für den Verlust sind Wertberichtigungen, ein tieferer Ertrag sowie höhere Steuern: Konzern-Chef Samih Sawiris.

Gründe für den Verlust sind Wertberichtigungen, ein tieferer Ertrag sowie höhere Steuern: Konzern-Chef Samih Sawiris.

(Bild: Keystone)

Die Schweizer Börsenaufsicht hat mit dem Hotel- und Baukonzern Orascom eine Einigung erzielt bezüglich eines Verstosses gegen die Rechnungslegungsvorschriften (IFRS). Orascom hatte den letztjährigen Geschäftsverlust um 35 Millionen Franken besser dargestellt.

Bei einer korrekten Erfassung hätte der Jahresverlust 2011 111 Millionen Franken und nicht nur 76 Millionen Franken betragen, teilte die SIX Exchange Regulation heute mit. Im Detail hatte der Verstoss gemäss Börsenaufsicht darin bestanden, dass Orascom trotz signifikanter Abnahme des Marktwertes zweier Finanzbeteiligungen auf eine Wertberichtigung im Jahresabschluss verzichtet hatte.

15'000 Franken Busse

Gemäss der erzielten Einigung habe Orascom den Fehler im aktuellen Halbjahresabschluss nun berichtigt. Samih Sawiris' Unternehmen muss zudem zur Wiedergutmachung eine Zahlung von 15'000 Franken an die IFRS-Stiftung bezahlen.

Orascom hat zudem im ersten Halbjahr 2012 trotz höherem Umsatz einen Verlust eingefahren. Der Nettoverlust in den ersten sechs Monaten belief sich auf 27,2 Millionen Franken.

Der Grund sei eine Kombination von Wertberichtigungen, einem tieferen Finanzertrag und höheren Steuern, teilte der Konzern von Investor Samih Sawiris mit. Wegen Überkapazitäten im Baubereich sank der Bruttogewinn von 16,3 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2011 auf 12,0 Millionen Franken.

Hotels zu 54 Prozent ausgelastet

Die Nachfrage in der Tourismusbranche stieg im ersten Halbjahr 2012 indes wieder an, was sich auf den Umsatz der Gruppe auswirkte. Dieser stieg um 24,6 Prozent auf 132,9 Millionen Franken. Beide Hauptsegmente konnten dabei zulegen.

Im Segment Hotels stieg die Auslastung auf 54 Prozent – vor allem aufgrund höherer Belegungsraten im Tourismusresort El Gouna. Aus diesem Grund nahm der Umsatz in diesem Segment um 27,3 Prozent auf 69,0 Millionen Franken zu. Der Umsatz im Segment Immobilien und Bau wuchs mit 34,4 Prozent auf 37,3 Millionen Franken ebenfalls deutlich.

wid/mrs/sda

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