Nach Börsengang: Galenica wehrt sich gegen Vorwürfe

Nach dem erfolgreichen Börsengang des Apothekenbetreibers und Medikamentengrosshändlers Galenica Santé am vergangenen Freitag wehrt sich das Unternehmen gegen Vorwürfe, die Zuteilung sei nicht fair verlaufen.

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Der Börsengang von Galenica Santé infolge der Aufspaltung des Berner Gesundheitskonzerns Galenica war bei den Anlegern auf grosse Nachfrage gestossen. Doch das führte auch zu Zoff: Anleger, die leer ausgegangen sind, kritisieren die Zuteilung.

Er sei alles andere als fair gewesen, schrieb zum Beispiel der «Praktikus» in der «Finanz und Wirtschaft» (Ausgabe vom 8. April). Am Markt sei zu hören gewesen, dass langjährige Schweizer Fondsmanager von der Zuteilung schwer enttäuscht seien. Die 25 Top-Kunden der Leadbanken Credit Suisse, UBS und Citi sollen 80 Prozent der gesamten Transaktion erhalten haben. «Wer nicht »Best Buddy« dieser grossen Jungs war, ging leer aus», so der Praktikus.

Gleiches weiss auch der Blog «Inside Paradeplatz» zu berichten. Keine einzige Aktie habe er erhalten, sagte ein Fondsmanager dem Blog, dessen Finanzfirma über 5 Milliarden Franken Vermögen verwalte. Dabei habe er in der Bookbuilding-Phase über eine Million davon gezeichnet.

Lineare Kürzung nicht möglich

Finanzchef Felix Burkhard bestätigte am Donnerstag, dass nicht alle Interessenten bei der Zuteilung von Galenica Santé-Aktien zum Zuge gekommen seien. «Der Grund dafür war die überaus grosse Nachfrage. Das Buch war mehrfach überzeichnet und wir mussten bei jedem Investor die Bestellungen massiv kürzen», erklärte Burkhard.

Aufgrund der sehr grossen Nachfrage sei es nicht möglich gewesen, die Bestellungen bei allen Interessenten anteilsmässig linear zu kürzen, sagte er weiter. Damit wäre das Risiko verbunden gewesen, dass grössere institutionelle Investoren aufgrund ihrer Anlagerichtlinien einen zu kleinen Anteil erhalten hätten und im schlimmsten Fall sofort wieder verkauft hätten. Dabei handle es sich bei solchen Investoren um «starke» Partner mit einem langfristig ausgerichteten Interesse, so Burkhard.

Die Nachfrage nach Galenica Santé-Aktien war gross und so wurde im Vorfeld des Handelsstarts am vergangenen Freitag der Ausgabepreis der Titel mit 39 Franken am obersten Ende der vorher festgesetzten Bandbreite festgelegt. Gleich zu Handelsbeginn kletterte die Aktie weit über die 40 Franken-Marke und schloss bei rund 43 Franken.

Bereits 9000 Aktionäre eingetragen

Insgesamt zeigt sich Finanzchef Burkhard zufrieden mit dem IPO. Dabei seien 50 Prozent der Titel in der Schweiz an institutionelle Anleger sowie Privatbanken und deren Kunden verkauft worden. Die zweite Hälfte sei an institutionelle Anleger im Ausland - vor allem aus Grossbritannien und den USA - gegangen.

«Die Aktien sind ausgewogen verteilt worden und breit gestreut», erklärte Burkhard. Bis dato habe man bereits rund 9000 Aktionäre im Aktienregister eingetragen, was ein sehr hoher Wert sei.

Zu den grossen Aktionären, die 3 Prozent oder mehr an Galenica Santé halten, zählen gemäss aktuellem Stand (Offenlegungsmeldungen bei der SIX) grosse Finanz- und Investmentgesellschaften wie Blackrock (Aktienanteil: 5,89 Prozent), Capital Group (3,2 Prozent) oder Fonds-Gesellschaften und Pensionskassen wie Pictet Asset Management (3,1 Prozent) oder Alecta Pensionsförsäkring aus Schweden (4 Prozent).

Es sei nicht auszuschliessen, dass in den kommenden Tagen weitere Grossaktionäre Anteile von über 3 Prozent melden würden, sagte Burkhard. (mb/sda)

Erstellt: 14.04.2017, 11:23 Uhr

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