NZZ investiert in Regionalpresse

Das «St. Galler Tagblatt» und die «Neue Luzerner Zeitung» gehören nun fast ganz der NZZ-Gruppe. Die Übernahme ist aber noch nicht ganz abgeschlossen.

Investition in den Journalismus: St. Galler Tagblatt, NLZ und NZZ.

Investition in den Journalismus: St. Galler Tagblatt, NLZ und NZZ.

Christian Lüscher@luschair

Die Publigroupe verkauft ihre Anteile der Freien Presse Holding (FPH) an die NZZ-Gruppe. Damit gehen das «St. Galler Tagblatt» und die «Neue Luzerner Zeitung»  fast ganz in den Besitz der NZZ über. Für die etwas über 25 Prozent an der FPH zahlt das Zürcher Medienhaus 53 Millionen Franken, wie die NZZ mitteilte. Der Deal ist allerdings noch nicht unter Dach und Fach. Der Entscheid der Publigroupe-Aktionäre ist notwendig. Diese müssen auch über das Übernahmeinteresse von Tamedia, die den «Tages-Anzeiger» herausgibt, an der ganzen Publigroupe entscheiden. Nach einer erfolgreichen Übernahme der Publigroupe würde Tamedia der NZZ-Mediengruppe die Publigroupe-Anteile an der FPH übertragen. Darauf haben sich Tamedia und die NZZ-Mediengruppe in den letzten Tagen verständigt.

Wie ist der angestrebte FPH-Kauf einzuschätzen? Bisher besass die NZZ-Gruppe knapp 75 Prozent der FPH-Aktien und profitierte stark von den regionalen Aktivitäten. 2012 steuerten die Regionaltitel 60 Prozent des Gruppenumsatzes (519 Millionen) und fast 70 Prozent des Vorsteuergewinns (37,9 Millionen) bei. Der Kauf der restlichen Anteile ergibt also Sinn. Auf die Erträge aus der Region ist CEO Veit Dengler in den nächsten Jahren stark angewiesen. Der österreichische Manager strebt eine Expansion nach Deutschland und Österreich an. Dengler will zudem in Redaktion, Technologie und Management investieren. Sein deutscher Marketingchef (ehemals McKinsey) kommentierte den Regionaldeal auf Twitter: «Vollgas voraus, weitere Investition ins Kerngeschäft!»

Der Wille, in Journalismus zu investieren, dürfte die Belegschaft freuen. Nun fehlt noch die Identifikation der neuen NZZ-Geschäftsleitung mit der Marke NZZ. Dem Vernehmen nach wollte Denglers Beraterstab die NZZ in «Neue Züricher Zeitung» umbenennen. Die Idee wurde allerdings schnell wieder verworfen. Dengler nahm auf Anfrage keine Stellung. In einem Mail an die Belegschaft schrieb er aber kürzlich von der «Neuen Züricher Zeitung».

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