Kurt Rohrbach wird Berner Chef der Chefs

Der ehemalige BKW-Chef Kurt Rohrbach ist neuer Präsident des kantonalen Handels- und Industrievereins (HIV). Er wird mehr Zeit für das Amt haben als sein Vorgänger.

Neu gewählt: Kurt Rohrbach ist Präsident des HIV Bern.

Neu gewählt: Kurt Rohrbach ist Präsident des HIV Bern.

(Bild: Keystone)

Der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern setzt auf Prominenz: Der ehemalige BKW-Chef Kurt Rohrbach übernahm an der gestrigen Mitgliederversammlung in Bützberg das Präsidium des Verbandes. Er folgt auf Bernhard Ludwig, den Präsidenten und Mitinhaber der Papierfabrik Utzenstorf, der den Verband während dreier Jahre geführt hat. Er tat dies eher diskret. Einer breiten Öffentlichkeit im Kanton war sein Name kein Begriff. Zudem hat ihn die Führung der Papierfabrik Utzenstorf stark in Beschlag genommen.

«Das HIV-Präsidium erfordert die Teilnahme an zahlreichen Sitzungen, die mehrheitlich tagsüber und in Bern stattfinden. Der zeitliche Aufwand dafür war relativ hoch», sagt er. Zudem habe die Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses zu neuen Herausforderungen im Betrieb geführt. Aus all diesen Gründen habe er sich entschieden, das Amt schon nach drei und nicht wie geplant nach sechs Jahren abzugeben.

Rohrbach mit Spielraum

Rohrbach hat in beiden Punkten eine bessere Ausgangslage als Ludwig: Als ehemaliger Chef des Berner Energiekonzerns BKW hatte er während Jahren eine breite Medienpräsenz. Zudem hat er zeitlich mehr Spielraum, weil er kein Unternehmen operativ führt. Ab Mai wird er bei der BKW nicht mehr vollamtlicher Verwaltungsrat sein, sondern nur noch Verwaltungsrat im Nebenamt.

Am zeitaufwendigsten dürfte in Zukunft das Präsidium des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen sein. Rohrbach rechnet damit, dass das HIV-Präsidium einen Aufwand im Umfang eines 20-Prozent-Pensums erfordern wird. Die Entschädigung ist relativ bescheiden: Es gibt eine Spesenentschädigung von 3000 Franken.

Erste Herausforderung im Herbst

Rohrbach erläuterte gestern die Gründe, die ihn dazu bewogen haben, diese Funktion zu übernehmen: «Die bernische Wirtschaft leistet Hervorragendes, trotz des garstigen Umfelds. Viele Unternehmen sind auf dem Weltmarkt sehr gut positioniert», sagte er. Damit dies auch für die Zukunft sichergestellt werden könne, brauche es starke Verbände zur Interessenwahrung.

Er sei motiviert, hier seinen Beitrag zu leisten. «Aber die Verbände ersetzen das persönliche Engagement der Unternehmer nicht», betonte er. Mit den nationalen Wahlen im Herbst steht für Rohrbach gleich die erste Herausforderung an. Dabei will er wirtschaftsnahe Kandidaten und Kandidatinnen unterstützen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt