Ich bin auch ein Einkaufszentrum

Die SBB testen mobiles Einkaufen im Zug: Ab Montag können 400 ausgewählte Personen Waren bestellen und in eine Good Box in Bern, Zürich oder Wetzikon liefern lassen.

Shoppen und Zugfahren auf einmal: Die Good Box macht es möglich.

Shoppen und Zugfahren auf einmal: Die Good Box macht es möglich. Bild: zvg/SBB

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Im Zug einkaufen? Der Pendlertraum wird schon bald wahr: Am Montag lancieren die SBB das Projekt Good Box. 400 Testpersonen können über ihr Mobiltelefon Produkte bestellen und am Abend abholen. In Bern steht seit heute Morgen eine Good Box mit 22 Schliessfächern im SBB-Gebäude im Wylerpark. An den Bahnhöfen Zürich und Wetzikon werden heute und morgen weitere Good Boxen eingerichtet.

Gebügelte Hemden

So funktioniert es: Die ausgewählten Tester laden sich eine App aufs Mobiltelefon. Danach können sich etwa von Blume 3000 einen Strauss ins Schliessfach schicken lassen, beim Schnäppchenportal Dein Deal ein Angebot nutzen, über Kochpost Zutaten für das Abendessen ordern oder ein Produkt aus der Linie M-Stars der Migros liefern lassen. «Wer bis 10 Uhr morgens einkauft, kann die Ware von Montag bis Freitag ab 16.30 Uhr an einem Standort seiner Wahl abholen», erklärte die Projektleiterin Ramona Bischoff gestern auf Anfrage. Wer will, kann auch seine schmutzige Wäsche in ein Schliessfach legen und frisch gewaschen wieder abholen. Schuhe werden auf Wunsch ebenfalls gereinigt und sogar repariert. Diese beiden Dienstleistungen der Firma Cosmobutler nehmen allerdings mehrere Tage in Anspruch.

Die Nutzer zahlen per Kreditkarte. Das Schliessfach öffnen sie mit einem Handycode.

Lebensmittelkäufe per Good Box sind bislang nicht vorgesehen. Die SBB bieten dies bereits unter dem Namen Le Shop Rail an: Kunden können an den Gepäckschaltern der Bahnhöfe Zürich und Lausanne Migros-Bestellungen entgegennehmen.

Wo soll die Ware hin?

Dass die SBB für das Pilotprojekt die drei Standorte Zürich, Bern und Wetzikon ausgesucht haben, ist kein Zufall. Der Hauptbahnhof Zürich ist der grösste Umsteigebahnhof der Schweiz. Hier kommen so viele Bahnfahrer vorbei wie nirgends sonst, und sie bleiben im Schnitt nur knapp sieben Minuten. Wetzikon dagegen ist der klassische Pendlerbahnhof: Die Leute kommen abends nach Hause und können auf dem Heimweg ihre Bestellungen abholen. In Bern dagegen stehen die Schliessfächer nicht im Bahnhof, sondern in einem SBB-Bürogebäude. «Wir schauen, ob es ein Bedürfnis sein könnte, Waren direkt am Arbeitsort zu empfangen», sagt Ramona Bischoff.

Das Pilotprojekt dauert zwei Monate. Im Herbst wollen die SBB eine zweite Testphase starten. Dann sollen nicht mehr nur ausgewählte Personen, sondern alle, die sich die Good-Box-App heruntergeladen haben, das Angebot nutzen dürfen. Eventuell kommen auch weitere Standorte hinzu.

Die SBB wollten mit Good Box vor allem einen Mehrwert für ihre Kunden schaffen, meint Ramona Bischoff. Aber es geht natürlich auch darum, neue Geschäftsfelder zu eröffnen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.06.2013, 09:21 Uhr

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