«Hauskäufer sollten 15 Prozent mitbringen»

Der Chef der UBS Schweiz, Lukas Gähwiler, sieht in einer Erhöhung des Baranteils die beste Lösung, um die Überhitzung im Immobilienmarkt zu verhindern. Allerdings rechnet er eher mit einer Stabilisierung.

Nimmt die Banken in Schutz: UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler.

Nimmt die Banken in Schutz: UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler.

(Bild: Keystone Steffen Schmidt)

Statt 10 Prozent «echtes» Eigenkapital sollen Hauskäufer künftig 15 Prozent bringen. Dies fordert der Chef der UBS Schweiz, Lukas Gähwiler. Allerdings rechnet er eher mit einer Stabilisierung des Immobilienmarktes.

«Es sind verschiedenen Massnahmen zur Stabilisierung des Markts ergriffen worden, und wir sollten nun einmal abwarten, wie diese wirken», sagte Lukas Gähwiler im Interview mit dem «SonntagsBlick». Es gebe bereits Anzeichen der Stabilisierung, in einigen Regionen seien die Immobilienpreise sogar rückläufig.

Gespräche auf Eis

Die Regulatoren hingegen warnen vor einer Immobilienblase und fordern zusätzliche Massnahmen wie zeitweise höhere Zinsen respektive eine schnellere Rückzahlung der Hypotheken. Die Banken sind damit nicht einverstanden. Die Gespräche liegen auf Eis.

Um den in einigen Regionen heisslaufenden Immobilienmarkt etwas abzukühlen und die Gefahr einer Blase einzudämmen, aktivierte der Bundesrat im Februar 2013 auf Antrag der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den so genannten antizyklischen Kapitalpuffer (AZP). Das bedeutet, dass Banken Wohnbauhypotheken mit zusätzlichen Eigenmitteln unterlegen müssen. Im Januar dieses Jahres hat der Bundesrat die Höhe der zusätzlichen Reserven bei 2 Prozent der ausgegebenen Hypotheken festgelegt.

Gähwiler nimmt Banken in Schutz

Den Vorwurf, dass die Banken Kredite zu generös verteilen und auch jenen Hauskäufern eine Hypothek andrehen, die sich gar keine leisten können, weist Gähwiler klar zurück. «Ich kann nur für die UBS sprechen, und da sage ich: Wir sind ganz bewusst weniger stark gewachsen als der schweizerische Hypothekenmarkt insgesamt. Wir haben nicht alles mitgemacht und auf einige Geschäft verzichtet.»

Weiter äusserte sich Gähwiler im Interview kritisch zur Mindestlohninitiative und zu den Folgen der Zuwanderungsinitiative. Bereits in der vergangenen Woche hat sich die UBS im Rahmen ihrer Konjunkturprognosen dazu geäussert.

Gemäss einer Umfrage der Grossbank rechnen die Unternehmen beispielsweise mit Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. «Wir müssen vor allem auch Frauen und ältere, erfahrene Arbeitskräfte besser integrieren», sagte Gähwiler im Interview. Zudem müsse man versuchen, Arbeitslosen die Rückkehr ins Arbeitsleben zu erleichtern.

mw/sda

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