Galenica wächst stärker als der Markt

Im Jahr nach dem Börsengang konnte der Berner Gesundheitsdienstleister seinen Umsatz um 6,8 Prozent steigern.

Der Hauptsitz der Galenica in Bern (Archivbild/Susanne Keller)

Der Hauptsitz der Galenica in Bern (Archivbild/Susanne Keller)

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Der Berner Gesundheitsdienstleister Galenica ist im ersten Geschäftsjahr nach dem Börsengang voll auf Kurs. Der Umsatz stieg um 6,8 Prozent und die Prognose für das Ergebnis bestätigte sich. Insgesamt setzte der Konzern 3,21 Milliarden Franken um.

Treiber für das über dem Gesamtmarkt liegende Wachstum war vor allem die Division Dienstleistungen, wie Galenica am Donnerstag mitteilte. Während der Schweizer Pharmamarkt wegen des Mehrverkaufs von teuren Medikamenten um 4,5 Prozent wuchs, gelang den Bernern hier ein Sprung von 7,4 Prozent.

Ärztegrossist integriert

Sie erzielten mit ihrem Vertrieb für Grosslieferanten sowie der Belieferung von Apotheken, Arztpraxen, Drogerien, Pflegeheimen und Spitälern 2,5 Milliarden Franken Umsatz. Als Grund für den Erfolg nannte Galenica vor allem die Integration des Anfang 2017 übernommenen Ärztegrossisten Pharmapool, die 6,3 Prozent zum Umsatzwachstum beitrug.

Zukunft sieht Galenica neben dem wachsenden eHealth-Angebot etwa auch in der Verblisterung - der Verpackung - von individuellen Medikamenten. Ende 2017 bediente die Galenica-Tochter Medifilm landesweit 8000 Patientinnen und Patienten mit ihren Medikamenten. Gemäss dem Unternehmen entlastet das das Pflegepersonal. Medifilm bezog 2017 ein neues Gebäude mit dreimal grösserer Produktionsfläche.

Apotheken und Produkte legen zu

Im Segment Gesundheit und Schönheit (Health & Beauty) steigerte Galenica den Umsatz um 3,2 Prozent auf 1,48 Milliarden Franken. Dieser Bereich umfasst das Apothekennetz sowie Marken und Produkte von Galenica und ihren Partnern.

Bei den eigenen Apotheken kamen acht neue hinzu, so dass das Netz nun 337 Standorte umfasst. Zusammen mit den Partnerapotheken Amavita und Winconcept ist der Grossapotheker damit an rund 500 Verkaufspunkten präsent.

Der Apothekenmarkt war gemäss Galenica von einer Abflachung geprägt. Der Einkaufstourismus hielt an, die Kunden verlagerten ihre Einkäufe ins Internet und die Einkaufszentren wurden weniger besucht.

Merfen und Algifor laufen gut

Mit Marken und Produkten wuchs Galenica um 6 Prozent. Dabei steigerte sich der Absatz im Inland in einem stagnierenden Markt um 4 Prozent. Die Exporte stiegen um 15,6 Prozent.

Seit 2017 gehört Merfen zum Produktekatalog und der Konzern hat damit nach eigenen Angaben bereits eine führende Position in der Desinfektion inne. Das Schmerzmittel Algifor entwickelte sich trotz kurzer Grippesaison gut. Das Nasenmedikament Triofan behauptete sich als Nummer eins unter den nasenabschwellenden Mitteln in der Schweiz.

Neu aus der Hand von Galenica kommen seit Anfang Jahr auch Rollstühle, Rollatoren, Inkontinenzprodukte und andere Hilfsmittel. Die Berner übernahmen dazu Careproduct.

Wie Galenica weiter mitteilte, bestätigt der Konzern die Ergebnisprognose für 2017. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern sollte um 7 bis 12 Prozent wachsen. Auch an der geplanten Dividendenausschüttung von 80 Millionen Franken will der Konzern festhalten.

Im Konzernumsatz sind die Umsätze der Gruppe untereinander von 771 Millionen Franken herausgerechnet. Die Zahlen wurden wegen der Vergleichbarkeit so ausgewiesen, als ob Galenica vor der Trennung von Vifor im April 2017 bereits ein eigenständiger Konzern gewesen wäre. Die vollständigen Geschäftszahlen gibt Galenica am 13. März 2018 bekannt. (mb/sda)

Erstellt: 18.01.2018, 08:23 Uhr

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