Flughafen Bern: Präsident will mehr Passagiere

Im Jahr 2014 sind noch 200'000 Menschen ab Belp geflogen. Das ist ein Rückgang um 25 Prozent. Trotzdem hat der Flughafen Gewinn gemacht.

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Tobias Habegger@TobiasHabegger

Die 67.Generalversammlung der Flughafen Bern AG stand unter speziellen Vorzeichen: In den letzten Monaten hatten gleich drei Kadermitglieder ihren Abgang beim Flughafen angekündigt – darunter auch Flughafen-Chef Mathias Häberli, der das Unternehmen im Herbst verlässt.

Am Dienstag also musste Beat Brechbühl, der Flughafenpräsident, vor die Aktionäre treten und die Abgänge erklären. «Zu Abgängen kommt es in allen Firmen», sagte er. Dass sich diese nun kumuliert hätten, sei Zufall. «Die einzelnen Abgänge haben nichts miteinander zu tun.» Die Suche nach einem neuen Flughafen-Chef sei angelaufen. «Wir haben bereits 46 Bewerbungen erhalten», so Brechbühl.

Kleinere Flugzeuge

Neben neuen Kadermitgliedern muss die Flughafencrew nun auch nach neuen Einnahmequellen und zusätzlichen Passagieren Ausschau halten. Denn im vergangenen Jahr gingen die Passagierzahlen um 25 Prozent zurück.

Der Grund liege in den kleineren Flugzeugen mit weniger Plätzen, die den Flughafen frequentiert hätten. Doch trotz weniger Passagieren hat der Flughafen 2014 einen Gewinn von 100'000 Franken erwirtschaftet – dank Sparmassnahmen.

Zusätzliche Passagiere erhofft sich Beat Brechbühl durch die neue Zufahrtsstrasse zum Flughafen, die Ende Mai eröffnet wurde. «Im Vergleich mit anderen Flughäfen sind unsere Parktarife überaus günstig.» Weil der Flughafen das entsprechende Land gekauft habe, seien diese Parkplätze langfristig gesichert.

«Zu viele Sicherheitsregeln»

Vor den Aktionären kritisierte Beat Brechbühl die übermässige Regulierung im Sicherheitsbereich durch die Behörden. Diese würden einerseits die Kosten in die Höhe treiben und Margen wegfressen sowie andererseits den Komfort für die Passagiere einschränken.

«Liebe Bundesräte, hört endlich damit auf, die internationalen Gesetze, die für grosse Flughäfen gemacht worden sind, auch für Regionalflughäfen mit Schweizer Gründlichkeit anzuwenden.» Ein bisschen mehr Spielraum für kleinere Flughäfen wäre wünschenswert. «Hören wir doch auf, uns vorzugaukeln, dass eine Nulltoleranz im Sicherheitsbereich vor Gefahren und Anschlägen schützt», betonte der Flughafenpräsident.

Berner Zeitung

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