Flixbus vergrault Kunden

Der Fernbus-Anbieter Flixbus schreibt sich eine hohe Kundenzufriedenheit auf seine Fahne. Manche Fahrgäste sehen das anders.

Nicht alle Kunden sind zufrieden: Reisende vor Flixbus-Bussen auf dem Carparkplatz in Zürich. (Archiv)

Nicht alle Kunden sind zufrieden: Reisende vor Flixbus-Bussen auf dem Carparkplatz in Zürich. (Archiv) Bild: Walter Bieri/Keystone

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Wer eine günstige Alternative zu Bahn- und Flugreisen in Europa sucht, kann seit einiger Zeit auf das Angebot von Flixbus zurückgreifen. Das Fernbusunternehmen lockt mit einem immer grösseren Liniennetz und tiefen Preisen. Von Pannen oder unzufriedenen Kunden ist auf der Flixbus-Homepage nichts zu lesen.

Die SRF-Sendung «Kassensturz» deckt Fälle auf, die das Bild trüben. So wird von einem Paar berichtet, das von einem Musikfestival von München nach Zürich zurückfahren wollte. Obwohl das mitgebrachte Zelt auf der Hinreise anstandslos im Gepäckraum verstaut werden konnte, weigerte sich die Fahrerin, das «Sperrgut» zu transportieren. Als es daraufhin zu einer Diskussion kam, fuhr die Fahrerin ohne die beiden Passagiere ab.

Verschwundenes Gepäck

Zwei Taschen hatte das Paar zuvor bereits im Bus verstaut. Bemühungen scheiterten, sie zurückzubekommen, die Gepäckstücke blieben verschwunden. Flixbus rechtfertigte sich gegenüber «Kassensturz», dass das Zelt vor Fahrtantritt als Sperrgut hätte deklariert werden müssen. Zu den verschollenen Taschen nahm man keine Stellung.

In einem anderen Fall erhielt ein Flixbus-Kunde per SMS die Nachricht, dass eine von ihm gebuchte Busfahrt innerhalb der Niederlanden abgesagt worden sei. Am Telefon mit dem Kundencenter erfuhr der Mann, dass er wegen des Busausfalls auch seine Weiterfahrt von Eindhoven zurück in die Schweiz nicht antreten durfte.

Falsch informiert

Der Kunde ist empört darüber, dass man ihn am Telefon mehrfach angelogen hat – denn als er die Reise nach Eindhoven auf eigene Faust antrat und dort den gebuchten Flixbus erreichte, konnte er anstandslos einsteigen und mit seinem Ticket zurückfahren.

Die falschen Informationen im Kundencenter seien eine absolute Frechheit vonseiten des Unternehmens Flixbus, regt sich der Kunde auf. Erst auf Anfrage des «Kassensturz» wurden ihm die Kosten für das verlorene Ticket und die Telefonanrufe – insgesamt 120 Euro – zurückerstattet.

Überbuchter Bus

Schliesslich berichtet eine Flixbus-Kundin von überbuchten Bussen: Als sie und ihr Mann die Rückfahrt vom Elsass nach Zürich antreten wollten, war ihr Bus bereits voll. Weil auch der nächste Bus schon ausgebucht war, riet der Fahrer dem Ehepaar, per Bahn nach Zürich zurückzufahren. Er versprach, dass Flixbus für die Kosten aufkommen werde.

Als das Paar später den Ticketpreis von insgesamt 178 Euro schriftlich einforderte, erhielt es lediglich eine Eingangsbestätigung. Erst drei Monate später, als sich der «Kassensturz» meldete, erstattete Flixbus dem Paar den ausstehenden Betrag zurück.

Die Überbuchung begründete das Unternehmen damit, dass ein kurzfristiger Austausch eines Fahrzeugs «aus operativen Gründen» möglich sei – dann könne der ursprünglich eingeplante Bus mit mehr Plätzen nicht eingesetzt werden.

(chi)

Erstellt: 07.11.2017, 12:54 Uhr

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