Federer hilft Jura über den Frankenschock hinweg

Jura hat die Aufwertung des Franken besser verdaut, als dies der Chef ­des Herstellers von Kaffeeautomaten vor Jahresfrist erwartet hatte.

Duo mit Erfolg: Jura-Chef Emanuel Probst (r.) mit Roger Federer.

Duo mit Erfolg: Jura-Chef Emanuel Probst (r.) mit Roger Federer. Bild: Keystone

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Jura-Chef Emanuel Probst machte sich Anfang 2015 grosse Sorgen. Er befürchtete wegen der Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses Schlimmes für den exportorientierten Kaffeemaschinenhersteller. Wie sich nun zeigt, widerstand das Un­ternehmen mit Sitz in Niederbuchsiten SO dem Frankenschock gut. Der Umsatz ging nur um eine ­Million auf 377 Millionen Franken zurück.

Ein solches Ergebnis war nur möglich, weil Jura 293'000 Kaffee­maschinen und damit ­22'000 Stück mehr verkaufte als im Vorjahr. «Bei einem Eurokurs von 1.20 Franken hätten wir 30 Millionen Franken mehr Umsatz erzielt», sagt Probst.

Kein Jobabbau in der Schweiz

Dank des stabilen Umsatzes musste Jura in der Schweiz auch keine Stellen abbauen. Das Unternehmen beschäftigt hierzulande 250 Mitarbeiter, weltweit sind es knapp 700 Angestellte. Weil die im Ausland anfallenden Kosten in Franken umgerechnet tiefer ausfielen, war der Gewinn gar grösser als im Vorjahr. Genaue Zahlen dazu gibt ­Jura indes nicht bekannt.

Gegenüber vielen anderen Schweizer Industriefirmen hat Jura den Vorteil, dass das Unternehmen auf einem Wachstumsmarkt im obersten Segment tätig ist. Diese Strategie zahlt sich aus. So stieg in den USA – dem nach Deutschland zweitwichtigsten Exportmarkt – der Umsatz um 17 Prozent.

Ein Puzzleteil beim Erfolg ist die Partnerschaft mit Tennisstar ­Roger Federer. Diese wurde im vergangenen Dezember bis 2020 verlängert. Pro Jahr dürfte Federer etwas weniger als zwei Millionen Franken erhalten. Probst ist überzeugt, dass Federer sein Geld wert ist: «An den Open-Turnieren in den USA oder Australien merkt man, welche Wirkung Federer erzielt.»

Kundendienst per Video

Damit das Wachstum weitergeht, setzt Probst stark auf die Digitalisierung. So will er in die Verkaufsberatung per Video investieren. Die Kunden können bereits heute eine solche auf der Internetseite in Anspruch nehmen. In diesem Jahr wird Jura an den wichtigsten Verkaufspunkten in der Schweiz Stationen installieren, an denen die Kunden den Jura-Kundendienst per Video kontaktieren können. Bis in drei Jahren soll es in allen wichtigen Märkten ein solches Angebot geben.

Für das laufende Jahr hat Probst vor allem einen Wunsch: «Keine neuen Währungsturbulenzen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.02.2016, 08:35 Uhr

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