Facebook steigert Gewinn dank neuen Nutzern

Das Werbegeschäft floriert – und das beflügelt das Unternehmen von Mark Zuckerberg. Dennoch gibt es für ihn Wichtigeres als Gewinnmaximierung.

Warnt Anleger von Facebook: Mark Zuckerberg sagt, Gewinnmaximierung sei derzeit nicht das Wichtigste. Bild: Keystone

Warnt Anleger von Facebook: Mark Zuckerberg sagt, Gewinnmaximierung sei derzeit nicht das Wichtigste. Bild: Keystone

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Facebook hat im dritten Quartal dank eines gut laufenden Werbegeschäfts und weiter anziehender Nutzerzahlen seinen Gewinn deutlich gesteigert. Verglichen mit dem Vorjahreswert stieg der Überschuss um 79 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar, wie der US-Internetkonzern am Mittwoch mitteilte.

Der Umsatz wuchs um 47 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar. Die Werbeerlöse, Facebooks Haupteinnahmequelle, nahmen um 49 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar zu. Etwa 88 Prozent davon spielten Anzeigen auf Mobilgeräten ein. Facebook hatte Ende September 2,07 Milliarden aktive Nutzer pro Monat, 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Schutz wichtiger als Gewinnmaximierung

Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktie stieg nachbörslich zunächst um 2,6 Prozent.

Firmengründer und -chef Mark Zuckerberg deutete allerdings an, dass demnächst die Gewinne aufgrund von Investitionen in die Sicherheit des Dienstes nicht mehr so stark sprudeln könnten. Der Schutz der «Community» sei wichtiger, als den Gewinn zu maximieren.

Fake-News-Diskussion

Vor dem Hintergrund der Diskussionen um «Fake-News» und mangelnde Kontrolle auf dem Online-Netzwerk warnte er Anleger: «Wir meinen es ernst damit, den Missbrauch unserer Plattformen zu verhindern. Wir investieren soviel in Sicherheit, dass es unsere Profitabilität beeinflussen wird.»

Kritiker werfen Facebook vor, nicht genug gegen Propaganda und Hetze zu tun. In den USA wird der Konzern etwa beschuldigt, Einfallstor manipulativer russischer Einflussnahme im Wahlkampf gewesen zu sein. (oli/sda)

Erstellt: 01.11.2017, 23:00 Uhr

Russen nutzten Instagram vor US-Wahl

Für ihre Desinformationskampagne während des US-Wahlkampfs haben mutmassliche russische Urheber auch die Facebook-Tochter Instagram benutzt.

Facebook-Vizechef Colin Stretch sagte am Mittwoch in einer Anhörung im Geheimdienstausschuss des Senats in Washington, rund 120'000 manipulative Inhalte aus russischen Quellen seien im vergangenen Jahr in dem Dienst platziert worden, die rund 20 Millionen Nutzer in den USA erreicht hätten.

Der Konzern hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass mehr als 126 Millionen Nutzer seines Facebook-Netzwerks in den USA zwischen 2015 und 2017 von russischen Quellen verbreitete Kommentare, Berichte und andere Inhalte erhalten hätten. Die Gesamtzahl der in dem zum Facebook-Konzern gehörenden Diensten mit diesen Inhalten belieferten Nutzer liegt bei etwa 146 Millionen.

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