Ein Navigationssystem für präzise Leber-Operationen

Operationen an der Leber sind heikel. Das Berner Start-up Cascination vertreibt dafür ein spezielles Navigationssystem.

Mirjam Comtesse

Mit konventionellen Methoden können Streutumore in der Leber nur bei jedem fünften Patienten operiert werden. Die Berner Firma Cascination hat eine Lösung gefunden und eine Art Navigationsgerät für den Operationssaal entwickelt. Dieses erlaubt es, Lebermetastasen zielsicher zu identifizieren und zu veröden.

Das System funktioniert mit einer Infrarotkamera, welche die Bewegungen der chirurgischen Instrumente verfolgt. Gleichzeitig zeigt es diese Bewegungen auf einer 3-D-Darstellung der Leber an. So weiss der Arzt exakt, wo im Organ sich seine Instrumente befinden. «Genauigkeit ist in der Behandlung von Lebertumoren extrem wichtig, da man den Tumor komplett veröden und dabei möglichst viel gesundes Gewebe schonen will», erklärt der Cascination-Mitgründer Stefan Weber auf Anfrage. Er ist Professor für Chirurgische Technologie.

Entwickelt hat die erste Version des Systems der Elektroingenieur Matthias Peterhans. Zusammen mit Weber und dem Chirurgen Daniel Candinas vom Berner Inselspital gründete er 2009 das Start-up Cascination. Es ist ein Spin-off der Universität Bern und beschäftigt inzwischen zehn Personen.

Die ersten zehn Systeme konnte Cascination bereits verkaufen. Das Jungunternehmen befindet sich nach eigenen Angaben auf Wachstumskurs in Europa, den USA und in Südamerika. Man arbeite an weiteren Produkten in der robotischen Chirurgie und für radiologisch-interventionelle Behandlungen an Niere und Lunge. Cascination ist für den Swiss Economic Award nominiert, der am 5. Juni vergeben wird.

www.cascination.ch

Berner Zeitung

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