EWB testet Quartier-Ladestationen

Bern

Energie Wasser Bern baut die Lade-Infrastruktur für Elektroautos weiter aus: In der Länggasse und in Bümpliz stellt er probehalber Ladestationen in der blauen Zone auf.

<b>Energie Wasser Bern</b> erwirtschaftete 2018 einen Gewinn von 25 Millionen Franken - gleich viel wie im Vorjahr (Archivbild).

Energie Wasser Bern erwirtschaftete 2018 einen Gewinn von 25 Millionen Franken - gleich viel wie im Vorjahr (Archivbild).

(Bild: Urs Baumann)

Benjamin Bitoun

Der städtische Energieversorger Energie Wasser Bern (EWB) hat 2018 mehr Strom verkauft als erwartet. Doch trotz der sich erholenden Preise auf dem Strommarkt treibt das Unternehmen seine Transformation vom reinen Energieversorger zum Dienstleister zügig voran. Die Sparten Gebäudetechnik und Elektromobilität haben im letzten Jahr erneut an Wichtigkeit gewonnen. «Im Zentrum stehen die Bedürfnisse der Kunden. Als Gesamtenergiespezialist wollen wir ihnen massgeschneiderte Lösungen anbieten», sagte EWB-Chef Daniel Schafer am Freitag bei der Präsentation der Jahres­zahlen.

Das gelang EWB gut: Auch dank gestiegenen Umsätzen im Dienstleistungsgeschäft konnte das Unternehmen 2018 seinen Betriebsertrag gegenüber dem Vorjahr um knapp 11 Millionen auf 424,7 Millionen Franken steigern. Der Gewinn fiel mit 25 Millionen Franken gleich aus wie im Vorjahr. Er wurde geschmälert durch die Beteiligung am Still­legungs- und Entsorgungsfonds des Atomkraftwerks Gösgen, dessen schlechte Rendite das Jahresergebnis negativ beeinflusste. «Wir versuchen weiterhin, die Beteiligung am AKW zu verkaufen», sagt Schafer.

Energieeffizienz steigern

Was die vom Stadtberner Stimmvolk beschlossene Energiewende angeht, sieht sich EWB auf Kurs. Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien im Berner Strommix sei erneut gestiegen, sagt Daniel Schafer. «Das Ziel, unsere Produktionskapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf 240 Gigawattstunden zu erhöhen, haben wir bereits jetzt erreicht.»

«Das Ziel, unsere Kapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf 240 Gigawattstunden zu erhöhen, haben wir bereits erreicht.»Daniel Schafer Chef Energie Wasser Bern

Weitere Projekte würden darauf abzielen, die Energieeffizienz zu steigern, so der EWB-Chef. 2018 habe der Kanton EWB die Bewilligung zum Bau eines Geospeichers erteilt. Um den Wirkungsgrad der Energiezentrale Forsthaus zu erhöhen, soll in diesem künftig ungenutzte Wärme in bis zu 500 Meter Tiefe im Boden gespeichert werden.

Strom tanken im Quartier

Einen weiteren Schwerpunkt setzt EWB in diesem Jahr auf den Ausbau der Elektromobilität. Aktuell betreibt das Unternehmen in den städtischen Parkhäusern zehn Ladestationen mit rund dreissig Lademöglichkeiten für Elektroautos. Nun bringt EWB die Stromtankstellen ins Quartier – zumindest probehalber. «Wir werden in der Länggasse, an der Hallerstrasse 56 und an der Schwabstrasse 70 in Bümpliz öffentliche Ladestationen eröffnen», sagt Schafer. Die Stationen befänden sich bei Parkfeldern in der blauen Zone und stünden allen Nutzern zur Verfügung.

Der Pilotversuch startet Ende April. EWB erhofft sich davon Aufschlüsse über Nutzungsverhalten und Kundenbedürfnisse. Diese wiederum fliessen in Studien ein, mit denen das Unternehmen den künftig in Bern zu erwartenden Bedarf an Ladestationen einschätzen will. «Ein Ausbau der Infrastruktur los­gelöst von den Verkaufszahlen von Elektroautos macht keinen Sinn», sagt Schafer.

Was sich bereits jetzt abzeichnet: Für das Berner Formel-E-Rennen vom 22. Juni wird EWB wohl keinen Ökostrom liefern, wie dies von Stadtberner Parlamentariern gefordert wurde. Daniel Schafer: «Wir haben den Veranstaltern eine Offerte geschickt, aber nichts von ihnen gehört.»

Berner Zeitung

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