Die Vermögensverwaltung trübt das Bild der UBS

Ausgerechnet die neue Super-Division lahmt. Tiefere Zinsen bedeuten auch tiefere Margen.

Milliardengewinn: UBS-Konzernchef Sergio Ermotti. Foto: Bloomberg, Getty

Milliardengewinn: UBS-Konzernchef Sergio Ermotti. Foto: Bloomberg, Getty

Für die UBS gibt es was zu feiern: Die Grossbank hat mit 1,39 Milliarden Dollar den höchsten Gewinn in einem zweiten Quartal seit fast zehn Jahren erzielt, wie sie gestern herausstrich. Und dies in einem Umfeld, das den Banken wenig zugetan ist. Gewichtigen Anteil daran hatte der erfreuliche Geschäftsgang im Schweizer Heimmarkt.

Dennoch hat der Quartalsausweis der UBS bei den meisten Beobachtern zwiespältige Gefühle hinterlassen. Hauptgrund ist das weltweite Vermögensverwaltungsgeschäft, das die Erwartungen enttäuschte. Hier wollte die UBS eigentlich Wachstums­akzente setzen und neue Ertragsquellen anzapfen, nachdem sie Anfang letzten Jahres die Amerika-Einheit und die übrige globale Vermögensverwaltung zu einer Super-Division zusammengelegt hatte.

Beweglicher bei den Kosten

Gemessen an den Zahlen für das erste Halbjahr kann von super keine Rede sein: Die Erträge gingen im Vorjahresvergleich um 6 Prozent zurück, der Gewinn vor Steuern fiel gar um 16 Prozent. Bremsenden Einfluss hatte dabei insbesondere die Kundschaft, die sich angesichts ungewisser Konjunkturaussichten und politischer Unwägbarkeiten passiv verhält und den Kauf von Anlageprodukten hinauszögert. Sinkende Zinserträge und stetig schrumpfende Bruttomargen tun ein Übriges, um die Einnahmen in der Vermögensverwaltung zurückzubinden.

Da dieser Gegenwind so rasch nicht nachlassen dürfte, richten sich die Blicke und Hoffnungen auf mögliche Effizienzfortschritte. Hier scheint in der Tat noch etlicher Spielraum zu bestehen: «Das Wachstums- und Sparpotenzial aus dem Zusammenschluss der beiden Vermögensverwaltungseinheiten haben wir erst angefangen zu realisieren», sagt UBS-Konzernchef Sergio Ermotti im Gespräch mit dieser Zeitung. «Den verbleibenden Teil werden wir in den nächsten zwei bis drei Jahren verwirklichen.»

Zuversicht in Sachen UBS

Schon jetzt hat das hausinterne Fusionsprojekt wesentlichen Anteil daran, dass die UBS ihre Kosten schneller dem Geschäftsgang anpassen kann. Unter anderem deshalb sei man heute in der Lage, so Ermotti, auf einen 7-prozentigen Ertragsrückgang im Konzern – wie im ersten Halbjahr geschehen – mit einem Kostenabbau in gleicher Grössenordnung zu reagieren. «Früher hätten wir die Kosten vielleicht um 3 Prozent senken können», ergänzt der UBS-Chef.

Ihre grössere Beweglichkeit auf der Kostenseite wird die Bank wohl noch vermehrt unter Beweis stellen müssen. Angesprochen auf die absehbaren Zinssenkungen durch die US-Notenbank und womöglich auch durch die Europäische Zentralbank, sagte Ermotti: «Für uns wie für die Banken insgesamt heisst das, dass die Margen noch stärker unter Druck kommen werden.»

Mit Blick auf die USA gibt sich der Topbanker indes zuversichtlich. Die dortige Wirtschaft sei weiterhin gut unterwegs, sodass die Zinslockerungen in Übersee weniger dramatisch ausfallen dürften, als von den Märkten erwartet werde.

Kunden kommen zur Kasse

Was die Schweiz betrifft, so Ermotti, «versuchen die Banken seit längerem, ihre rückläufigen Margen durch höhere Volumen zu kompensieren». Irgendwann aber sei das ausgereizt.

Und dann kommen die Kunden zum Handkuss, etwa indem sie Negativzinsen auf Spareinlagen bezahlen müssen? «Es kann ja nicht sein, dass primär die Aktionäre für die zusehends engeren Margen aufkommen müssen», antwortet der UBS-Chef. Schon heute zahlten Kunden Gebühren für Dienstleistungen, die früher kostenlos waren. «Dies wird so weitergehen.»

Schon an diesem Freitag steht für die UBS ein weiterer wichtiger Termin an: Das Bundesgericht in Lausanne hat darüber zu befinden, ob die Schweiz Daten von rund 45'000 Kunden der Grossbank an Frankreich ausliefert oder nicht. 

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