«Die Chinesen werden nicht einfach ein paar Maschinen abtransportieren»

Die Swissmetal-Werke in Reconvilier BE und Dornach SO werden von der chinesischen Beteiligungsgesellschaft Baoshida übernommen. Was sagt Swissmetal-Chef Jean-Pierre Tardent dazu?

Vielleicht wollen die Chinesen hier investieren: Swissmetal-Werk in Dornach am 22. August 2011.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Vielleicht wollen die Chinesen hier investieren: Swissmetal-Werk in Dornach am 22. August 2011.

(Bild: Keystone)

Herr Tardent, was bedeutet der Verkauf von Swissmetal an Baoshida? Es ist eine grosse Erleichterung für alle. Das ist die Garantie, eine industrielle Zu­kunft zu haben – als gesundes Unternehmen.

Und für wie lange? Ich bin sehr zuversichtlich, dass es sehr langfristig so sein wird, wenn wir rentabel sind und unser Potenzial ­beweisen können. Baoshida hat zu viel in diesen Prozess investiert, um einfach nur ein paar Maschinen ab­zutransportieren.

Gab es nie die Angst, es gehe den neuen Besitzern nur um das Fachwissen, die Technologie und die Patente? Zu Beginn natürlich schon. Je länger, desto mehr haben wir aber gemerkt, dass es nicht so ist. Ich war gerade drei Tage an einem Workshop in ­China. Die Baoshida-Leute sprechen tatsächlich von der Entwicklung von Aktivitäten in der Schweiz.

Es gab auch noch andere Interessenten für das Unternehmen… Über die ganze Zeit hinweg gab es wohl an die hundert Interessenten aus den unterschiedlichsten Ländern. Bis zuletzt waren es mehrere potenzielle Käufer.

Wird es ein chinesisches Management geben? Nein, ich bin in meiner Funktion als Generaldirektor bestätigt worden. Ich glaube aber, es ist vorgesehen, dass ein Vertreter aus China in die obere Führungsebene kommt.

Hat Swissmetal wegen der Unsicherheit rund um das Unternehmen und seine finanzielle Lage Kunden verloren? Fast keine, aber wir haben Markt­anteile verloren. Das Problem war, dass wir von den Kunden Anzahlungen verlangen mussten. Darum sind einzelne Kunden mit Liquiditätsengpässen zur Konkurrenz gewechselt. Sie haben uns aber versprochen, zurückzukehren, wenn sich die Situa­tion normalisiert hat. Nun hoffen wir, dass sie Wort halten.

Sie haben gesagt, die Chinesen wollen investieren. Wo soll das geschehen? In Dornach? In Reconvilier? Da ist noch nichts definitiv.

Könnte man die grosse Presse aus ­Dornach woanders hinbringen? Das ist theoretisch möglich, ist aber mit hohen Kosten verbunden. Das müsste man sich sehr gut überlegen.

Was glauben Sie, wie viele Arbeitsplätze wird es bei Swissmetal in der Schweiz in Zukunft geben? Ich schätze, in einem Zeitraum von fünf Jahren ist es möglich, dass wir auf einen Bestand von ungefähr 400 Beschäftigten kommen werden. Dies einerseits durch mehr Volumen bei unseren bestehenden Produkten, aber andererseits auch durch die Kommerzialisierung von neuen Produkten.

Basler Zeitung

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