«Die Aufwertung zwingt uns, die Kosten in der Schweiz anzusehen»

Der Pharmakonzern Novartis hat 2014 den Umsatz leicht und den Gewinn überproportional gesteigert. Nun sorgt sich Konzernchef Joseph Jimenez um den starken Franken.

Die Kosten im Blick: Joseph Jimenez hat angekündigt, die weltweiten Kostenstrukturen zu überprüfen.

Die Kosten im Blick: Joseph Jimenez hat angekündigt, die weltweiten Kostenstrukturen zu überprüfen.

(Bild: Keystone)

Der Pharmakonzern Novartis hat seine Zahlen für 2014 auf den Tisch gelegt: Der Umsatz legte nur um 1 Prozent auf 58 Milliarden Dollar zu. Der Reingewinn stieg auch dank Einsparungen um 12 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar.

Novartis erzielte im vergangenen Jahr mit Massnahmen zur Produktivitätssteigerung Einsparungen von rund 2,9 Milliarden Dollar. Zudem nahm der Reingewinn insbesondere dank höheren Erträgen aus assoziierten Gesellschaften überproportional zu. Das operative Ergebnis verbesserte sich insgesamt um 1 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar.

Belastung durch Generika und Frankenkurs

Das Geschäft mit Nachahmermedikamenten macht Novartis weiter Probleme. Die Umsatzeinbussen durch Generika schätzt der Konzern auf 2,5 Milliarden Dollar. Das sind 100 Millionen Dollar mehr als im Vorjahr.

Ebenfalls belastend wirken die Wechselkurse. Der Konzernchef Joseph Jimenez sagte: «Wir können mit jeder Kursschwankung des Frankens umgehen, solange sie schrittweise über die Zeit verläuft. Die nun erfolgte abrupte Aufwertung des Frankens zwingt uns, die Kostenbasis in der Schweiz genauer anzusehen.»

Konkret sagte Jimenez: Rund 12 Prozent der Kosten würden in Franken anfallen, was den Betriebsgewinn mit einem Minus von 4 Prozent belasten würde. «Wir gehen nicht davon aus, dass wir diesen Rückgang komplett in der Schweiz auffangen können.»

Deshalb überprüfe man die Kostenstrukturen auf der ganzen Welt. Konkrete Massnahmen könne man allerdings noch nicht bekannt geben.

Positive Entwicklung bei Alcon und Sandoz

Eine positive Entwicklung war insbesondere bei Alcon und Sandoz festzustellen. Die Augenheildivision Alcon steigerte ihren Umsatz um 3 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis erhöhte sich überproportional um 30 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar.

Die kleinste Division Sandoz legte umsatzmässig um 4 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar zu. Hier verbesserte sich das operative Ergebnis um 6 Prozent.

2014 sei für Novartis ein Jahr der Transformation gewesen, erklärte Jimenez. «Wir haben unsere Umsetzungsfähigkeit verbessert und zugleich Schritte unternommen, um das Unternehmen auf unsere drei führenden Geschäftsbereiche mit globaler Reichweite zu fokussieren», stellte er an einer Telefonkonferenz fest.

Vor allem neu entwickelte Medikamente liefen gut, sagte Jimenez. Produkte, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen seien, machten inzwischen einen grossen Teil des Umsatzes aus. In den Schwellenländern seien die Erlöse 2014 deutlich gewachsen.

rub/sda

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