Chinesen wollen Fiat kaufen

Great Wall Motor sei am SUV-Geschäft von Fiat Chrysler interessiert. Fiat-Aktien legten zu und erreichten den höchsten Stand seit 19 Jahren.

Die grossen Schweren sind in China gefragt: Jeep-Präsentation an der Auto-Show in Peking 2016.

Die grossen Schweren sind in China gefragt: Jeep-Präsentation an der Auto-Show in Peking 2016. Bild: Damir Sagolj/Reuters

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Der chinesische Autobauer Great Wall Motor zieht ein Kaufangebot für Fiat Chrysler (FCA) in Betracht. «Wir haben derzeit die Absicht, zu kaufen. Wir sind daran (an FCA) interessiert», bestätigte am Montag ein Sprecher von Great Wall gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Der italienische Autobauer FCA steht nach eigenen Angaben nicht in Kontakt mit dem chinesischen Konkurrenten Great Wall Motor. Die Chinesen seien nicht an sie herangetreten, um über das Geschäft oder einzelne Marken zu sprechen, teilte hingegen Fiat Chrysler mit. Derzeit sei man damit beschäftigt, den Geschäftsplan 2014 bis 2018 umzusetzen.

Angesichts der Spannungen in der Handelspolitik zwischen der US-Regierung und China könnte ein Käufer aus der Volksrepublik nach Einschätzung von Experten auf Widerstand in den USA stossen.

Jeep steht im Interesse

Der Fachdienst «Automotive News» berichtete unter Verweis auf eine E-Mail von Great-Wall-Chef Wang Fengying, die Chinesen seien vor allem an der Geländewagen-Marke Jeep interessiert. «Unser strategisches Ziel ist es, der weltweit grösste SUV-Hersteller zu werden. Mit dem Kauf der globalen SUV-Marke Jeep würden wir das schneller erreichen», zitierte Automotive News einen Sprecher von Great Wall.

Fiat-Aktien legten an der Mailänder Börse um rund fünf Prozent auf den höchsten Stand seit 19 Jahren zu. Der siebtgrösste Autobauer der Welt ist schon länger auf der Suche nach einem Partner oder Käufer, um bei der teuren Entwicklung neuer Technologien wie selbstfahrenden Autos oder Elektroautos mithalten zu können.

Marchionne suchte Partner

Volkswagen und General Motors hatten öffentliches Fusionswerben von Fiat-Chef Sergio Marchionne in der Vergangenheit zurückgewiesen. Dieser hat den FCA-Investoren eine neue Strategie für Anfang 2018 in Aussicht gestellt.

Marchionne war bisher gegen eine Abspaltung des profitableren US-Geschäfts einschliesslich der Marken Jeep und Ram vom renditeschwächeren italienischen Volumenhersteller Fiat.

Legen die USA das Veto ein?

Gerüchte, chinesische Hersteller könnten den mit über 16 Milliarden Euro bewerteten Konzern ganz oder teilweise übernehmen, machen schon länger die Runde. Wegen der amerikanischen Traditionsmarke Chrysler bewerten Branchenkenner die Aussichten eines chinesischen Käufers jedoch skeptisch.

US-Präsident Donald Trump hat eine kritische Haltung zur exportstarken Wirtschaftsmacht China. Der US-Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) hat bereits einige Übernahmen amerikanischer Unternehmen durch chinesische Firmen verzögert oder untersagt.

Erstellt: 21.08.2017, 12:26 Uhr

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