80 Millionen für Meyer Burger

Die Thuner Solarfirma Meyer Burger nutzt die gute Entwicklung des Aktienkurses, um frisches Eigenkapital aufzunehmen. Gegen 80 Millionen fliessen so der Firma zu.

Solarzellen an der Fassade des Meyer Burger Sitzes in Gwatt: Frisches Aktienkapital und Verlust für das Thuner Solarunternehmen.

Solarzellen an der Fassade des Meyer Burger Sitzes in Gwatt: Frisches Aktienkapital und Verlust für das Thuner Solarunternehmen.

(Bild: Keystone)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Die Meldung kam am Mittwochabend überraschend: Die Thuner Solarfirma Meyer Burger teilte mit, dass sie 4,8 Millionen Stück neue Aktien herausgibt. Das Aktienkapital erhöht sich damit um 5,7 Prozent. Kann Meyer Burger diese Titel zum aktuellen Kurs von knapp 17 Franken platzieren, fliessen dem Solarunternehmen rund 80 Millionen Franken an frischem Geld zu. Die beiden Grossbanken CS und UBS haben den Auftrag übernommen, die Aktien zu platzieren. Ein Bezugsrecht der bisherigen Aktien wird es nicht geben. Das heisst, sie müssen eine Verwässerung ihres Titels in Kauf nehmen.

163 Millionen Verlust

Meyer Burger hat im vergangenen Jahr wegen der Krise in der Solarbranche einen Verlust von 163 Millionen Franken eingefahren, wie das Unternehmen ebenfalls am Mittwochabend mitteilte. Bereits im Dezember hatte Meyer Burger eine Gewinnwarnung herausgegeben. Damals ging das Unternehmen noch davon aus, dass sich der Verlust auf 190 Millionen Franken belaufen würde. Ingrid Carstensen, Sprecherin von Meyer Burger, betonte am Mittwoch, dass die Liquidität des Unternehmens nach wie vor gut sei. «Meyer Burger will die positive Entwicklung des Aktienkurses dazu nutzen, die Liquidität der Gruppe weiter zu stärken», betonte sie. Zahlen zur Liquiditätssituation sind indes der Medienmitteilung vom Mittwoch nicht zu entnehmen. Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 52,1 Prozent.

Gewinn erst 2015

Entscheidend für die weitere Zukunft des Unternehmens ist die Entwicklung der Auftragseingänge. Hier sieht Meyer Burger positive Tendenzen: Der Auftragseingang stieg im 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent auf 288 Millionen Franken. Das Unternehmen geht davon aus, dass es indes auch noch im laufenden Jahr einen Verlust schreiben wird. Erst 2015 soll ein Betriebsgewinn resultieren.

Berner Zeitung

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