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676 Millionen Busse für Wachs-Kartell

Die EU-Kommission hat eine Geldstrafe von 676 Millionen Euro gegen ein Wachs-Kartell verhängt. Shell hat die Konkurrenten verpfiffen.

Die insgesamt zehn beteiligten Unternehmen hätten in den Jahren 1992 bis 2005 illegale Preisabsprachen für Paraffinwachs getroffen, erklärte die EU-Kommission. Die höchste Einzelstrafe muss mit 318 Millionen Euro das südafrikanische Unternehmen Sasol zahlen, das mit der Tochtergesellschaft Sasol Germany in der EU vertreten ist.

Die ersten Absprachen fanden nach Erkenntnissen der EU-Kommission in der Bar eines Hamburger Hotels statt, weshalb das Kartell bei Sasol auch «Blauer Salon» genannt worden sei. Bei Shell dagegen habe man unverblümter von einer «Paraffin-Mafia» gesprochen. Der britisch-niederländische Konzern verpfiff seine Bündnisgenossen, darunter auch ExxonMobil (USA), Repsol (Spanien), ENI (Italien), MOL (Ungarn) und Total (Frankreich), im Frühjahr 2005 bei der EU-Kommission und musste deshalb keine Strafe zahlen.

Paraffinwachse werden nicht nur für die Herstellung von Kerzen, sondern auch für die Beschichtung von Papier, Pappteller und Käse verwendet. Auch bei der Herstellung von Reifen und anderen Autoteilen kommen sie zum Einsatz. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte, vermutlich hätten «Haushalte und Unternehmen in ganz Europa schon Produkte gekauft, die von den Praktiken der 'Paraffin-Mafia' betroffen waren, und dafür überhöhte Preise gezahlt».

AP/grü

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