Zum Hauptinhalt springen

19 Millionen Euro bringen Finnen in Wallung

Stephen Elop war der letzte Chef von Nokia, bevor die Handysparte verkauft werden musste. Der dicke Check zum Abschied ist nun aber definitiv zu viel für das Land.

Kehrt zu seinem früheren Arbeitgeber Microsoft zurück: Ex-Nokia-Chef Stephen Elop. (3. September 2013)
Kehrt zu seinem früheren Arbeitgeber Microsoft zurück: Ex-Nokia-Chef Stephen Elop. (3. September 2013)
Keystone

Der Millionen-Geldregen für den ehemaligen Nokia-Chef Stephen Elop nach dem Verkauf der Handysparte an Microsoft schlägt in Finnland hohe Wellen. Die Zeitung «Helsingin Sanomat» berichtete, Nokia habe nach der öffentlichen Kritik versucht, Elop zum Verzicht auf einen Teil des 19 Millionen Euro schweren Vergütungspakets zu bewegen.

Dieser lehne das aber unter Hinweis auf ein Scheidungsverfahren ab, schrieb die Zeitung heute. Nokia hatte die Zahlung für Elop vergangene Woche bekannt gegeben. Er soll demnach unter anderem das Gehalt für die restliche Laufzeit seines Vertrages sowie den Wert von Aktienpaketen ausbezahlt bekommen.

Der Betrag wurde auf 18,8 Millionen Euro geschätzt, Microsoft soll 70 Prozent davon übernehmen. Elop kehrt im Zuge des Verkaufs von Nokias Handysparte zu seinem früheren Arbeitgeber Microsoft zurück. Er übernimmt dort die Führung der Gerätesparte.

Finnischer Wirtschaftsminister hegt Zweifel

Der Betrag sorgt seit Tagen für Aufregung in Finnland. Wirtschaftsminister Jan Vapaavuori soll angezweifelt haben, ob die hohe Zahlung verdient sei, berichtete die BBC.

Zudem musste der amtierende Nokia-Chef Risto Siilasmaa seine erste Erklärung zurückziehen, dass Elop den gleichen Vertrag bekommen habe wie der Vorgänger Olli-Pekka Kallasvuo. «Helsingin Sanomat» hatte mit einer Recherche in Pflichtmitteilungen nachgewiesen, dass dies nicht der Fall gewesen sei.

Elop könnte neuer Microsoft-Konzernchef werden

Der einstige Weltmarktführer Nokia hatte Anfang des Monats den Verkauf des Handygeschäfts an Microsoft angekündigt. Microsoft zahlt dafür 3,79 Milliarden Euro und legt noch 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen drauf.

Elop war im September 2010 Nokia-Chef geworden. Schon nach wenigen Monaten ging er auf Microsoft zu: Im Februar 2011 stiegen die Finnen bei ihren Smartphones auf das Betriebssystem Windows Phone um. Bei Microsoft wird Elop als möglicher Nachfolger für Konzernchef Steve Ballmer gehandelt, der sich bis zum kommenden August von der Konzernspitze zurückziehen will.

SDA/ajk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch