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Transocean braucht Geld für norwegisches Bohrunternehmen

Zürich Der Tiefsee-Bohrkonzern Transocean plant eine Kapitalerhöhung, um das norwegische Bohrunternehmen Aker Drilling zu übernehmen.

Die Zuger Firma will bis zu 29,9 Millionen neue Aktien platzieren, was gut neun Prozent des aktuellen Kapitals entspricht. Transocean beabsichtigt, mit dem Erlös der Emission teilweise die Akquisition von Aker Drilling zu refinanzieren, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Übernahme war zum Teil mit Barmitteln finanziert worden. Die Akquisition im Umfang von 1,43 Milliarden US-Dollar wurde Anfang Oktober abgeschlossen. Die Emission soll aber auch Cash generieren, um den Rückkauf der 1,50%/2037-Wandelanleihe (Series B) zu einem Preis von rund 1,7 Milliarden US-Dollar zu ermöglichen. Transocean hat am 15. Dezember die Möglichkeit, alle oder einen Teil der Bond-Anteile zurückzukaufen. Vor der Ankündigung der Kapitalerhöhung wurden die Transocean- Aktien bis 13 Uhr vom Handel an der Schweizer Börse suspendiert. Die Titel waren nach Wiederaufnahme des Handels deutlich schwächer. Im Laufe des Nachmittags kamen die Aktien weiter unter Druck: In einem um 0,5 Prozent schwächeren Markt sackten die Titel des Ölplattform-Betreibers bis 15 Uhr um 7,4 Prozent auf 39,76 Franken ab. Händler verwiesen auf die drohende Verwässerung. Deepwater-Horizon-Debakel Unrühmlich bekannt wurde Transocean bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Die Ölplattform Deepwater Horizon, die von Transocean im Auftrag von BP betrieben wurde, war am 20. April 2010 im Golf von Mexiko explodiert, elf Arbeiter kamen dabei ums Leben. Aus der lecken Ölquelle flossen mehr als 780 Millionen Liter Öl ins Meer. Erst drei Monate später konnte das Bohrloch provisorisch verschlossen werden. Bis zur endgültigen Versiegelung vergingen nochmals mehrere Wochen. Es kam zu einer unvergleichlichen Ölpest am Golf von Mexiko. Transocean ist der grösste Hochsee-Ölbohrkonzern weltweit. Das auf tiefe Bohrungen spezialisierte Unternehmen hat über 18'000 Mitarbeiter und besitzt rund 140 Bohranlagen. 2010 setzte das Unternehmen 9,6 Milliarden US-Dollar um, der Konzerngewinn betrug 961 Millionen Dollar.

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