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Talfahrt an Chinas Börsen beschleunigt sich

An den chinesischen Börsen reagieren die Anleger nervös auf die jüngsten Kursstürze. Die Indizes in Shanghai und Hongkong fallen weiter.

Börse in China: Eine Frau zeigt sich über die Kursverluste beunruhigt.
Börse in China: Eine Frau zeigt sich über die Kursverluste beunruhigt.
Keystone

Die chinesische Regierung stemmt sich mit neuen Notfallmassnahmen gegen den anhaltenden Absturz der Börsenkurse im Land. Heute forderte sie staatliche Firmen zum Kauf von Aktien auf, ermöglichte Versicherungsunternehmen grössere Investitionen an den Börsen und versprach, mehr Geld in den Finanzmarkt zu pumpen. Dennoch verzeichnet der Index in Shanghai am Mittwoch ein Minus von fast sechs Prozent, der Hongkonger Index Hang Seng stürzte um zeitweise bis zu acht Prozent ab.

Seit 12. Juni ist der wichtigste chinesische Börsenindex in Shanghai um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Um einen weiteren Verfall zu verhindern, hatte die Regierung am Wochenende eine Reihe anderer Notfallmassnahmen angekündigt, die aber den Kursverfall nicht hatten stoppen können.

Aktien vom Handel ausgesetzt

Die Kursstürze bedrohen die Pläne der Regierung, die von Staatsbetrieben dominierte Wirtschaft Chinas über die Finanzmärkte produktiver zu machen. Die Kommunistische Partei will vor allem auch Aktienbesitz unter kleineren Anlegern fördern, doch der Rückgang lässt viele von ihnen vor weiteren Käufen zurückschrecken. Auch Appelle der Behörden, dass ein Minus in Shanghai nach dem Anstieg der Börsen in den Monaten zuvor ganz normal sei, blieben ungehört.

Mit ihren letzten Notfallmassnahmen vom Wochenende stützte die Regierung vor allem die grossen Staatsunternehmen wie Petro China. Hunderte kleinere Unternehmen, deren Aktien teilweise um mehr als 50 Prozent an Wert verloren hatten, baten daraufhin die Börsen in Shanghai, Shenzhen und Hongkong, ihre Papiere nicht mehr zu handeln. Nach einem Bericht der «China Business News» beantragten bis Dienstagabend fast 36 Prozent der in Shenzhen und Shanghai gelisteten Unternehmen, dass ihre Aktien vom Handel ausgesetzt werden.

Zentralbank pumpt mehr Geld in Aktienmarkt

Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen verpflichtete die Regierung in Peking am Mittwoch staatliche Unternehmen, mehr Aktien zu kaufen und keine mehr abzustossen, um die «Marktstabilität zu schützen». Die Versicherungsaufsicht des Landes erlaubt zudem chinesischen Versicherern nun 40 statt bisher 30 Prozent ihrer Vermögenswerte in Aktien zu halten. Zudem dürfen sie ab sofort zehn statt fünf Prozent Anteile an den grossen Staatsunternehmen haben.

Als dritten Schritt kündigte die Zentralbank an, mehr Geld in den Aktienmarkt zu pumpen, um ihn zu stabilisieren. Eine Summe wurde nicht genannt. Genutzt werden soll dafür eine staatliche Firma, die Geld an Börsenmakler verleiht, um den Kauf von Aktien zu finanzieren.

SDA/pat

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