Strom in Bern wird wieder teurer

Bern

Stadtberner müssen 2016 durchschnittlich 1,1 Prozent mehr für Strom bezahlen. Ein moderater Anstieg zwar, doch es ist die vierte Preiserhöhung in vier Jahren.

Die Strompreise in der Stadt Bern werden erhöht.

Die Strompreise in der Stadt Bern werden erhöht.

(Bild: ewb/Adrian Moser)

Für die FDP ist der Fall klar: «Die verfehlte Energiepolitik von Rot-Grün kommt die Bevölkerung immer teurer zu stehen», sagt Bernhard Eicher, Fraktionspräsident des Stadtberner Freisinns. Aus Sicht von SVP-Präsident Rudolf Friedli bestraft der Gemeinderat nun sogar jene, die der Umwelt zuliebe Strom sparen, um Stromkonsumenten und Energie Wasser Bern (EWB) weiter «auszusaugen».

Ursache für diese geharnischten Reaktionen der bürgerlichen Parteien ist die Strompreiserhöhung für das Jahr 2016, welche der Berner Gemeinderat und EWB gestern ankündigten.

21 Prozent teurer als 2013

Stadtberner müssen nächstes Jahr durchschnittlich 1,1 Prozent mehr für den Strom bezahlen. Die Kosten für Betrieb und Unterhalt des eigenen Verteilnetzes konnte EWB zwar senken, heisst es in der Medienmitteilung. Auch der von Swissgrid erhobene Tarif für sogenannte Systemdienstleistungen geht zurück.

Teurer wird der Strom aber durch höhere Abgaben an Bund und – gerechnet pro Kilowattstunde – auch an die Stadt. «Für einen repräsentativen Haushalt mit vier Zimmern, Elektroherd und einem Jahresverbrauch von 2500 kWh erhöhen sich die jährlichen Kosten um sieben Franken», wie EWB vorrechnet.

Das ist eigentlich recht moderat, doch es ist bereits die vierte Erhöhung in Folge. Knapp sieben Prozent mehr waren es im Jahr 2013, fast acht Prozent 2014, dieses Jahr stieg der Preis um vier Prozent, und nächstes Jahr kommt noch ein Prozent hinzu. Im Jahr 2016 zahlen Stadtberner also durchschnittlich 21 Prozent mehr als noch 2013.

Sind die Preisanstiege das Resultat einer verfehlten Politik? Nein, sagt der Berner Energiedirektor Reto Nause (CVP): «Im kantonalen und nationalen Vergleich zahlen die Stadtberner einen absolut konkurrenzfähigen Strompreis.» Die BKW ist zum Beispiel teurer, auch in Thun oder in Biel bezahle man mehr für den Strom als in der Stadt Bern, so Nause.

Das Preisniveau 2016 entspreche in etwa demjenigen von 2009. Der Preisanstieg in den letzten Jahren sei hauptsächlich den erhöhten Bundesabgaben geschuldet, so Nause.

Die erneute Preiserhöhung sei gering, aber dennoch «unschön», räumt der städtische Energiedirektor ein. Man werde über den Grundsatz, dass EWB der Stadt einen fixen Betrag abliefert, diskutieren müssen, sagt Nause.

rah/BZ

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