Schweiz ist für Touristen zu teuer und verliert Spitzenplatz

In einer vom WEF geführten Tourismus-Ranking belegt die Schweiz erstmals nicht mehr den ersten Platz. Grund für den Absturz sind die hohen Preise und politischen Entscheide.

Teure Ferien: Die Schweiz schneidet beim Preis am schlechtesten ab. (14. April 2015)

Teure Ferien: Die Schweiz schneidet beim Preis am schlechtesten ab. (14. April 2015)

(Bild: Keystone Jean-Christophe Bott)

Das World Economic Forum (WEF) veröffentlicht jährlich eine Rangliste der wettbewerbsfähigsten Ferienländer. Seit 2007 liegt die Schweiz ununterbrochen auf Rang eins, 140 Konkurrenten liess sie bisher jeweils hinter sich. Nicht so in diesem Jahr, berichtet die «SonntagsZeitung».

Im neusten Bericht, den das WEF letzte Woche präsentierte, liegt die Schweiz noch auf Rang sechs. Neuer Spitzenreiter ist Spanien, gefolgt von Frankreich, Deutschland, den USA und Grossbritannien. Schuld daran sind die hohen Preise. Vielen Gästen ist die Schweiz schlichtweg zu teuer.

Schlechteste preisliche Wettbewerbsfähigkeit

Die Schweiz weist von allen bewerteten Ländern die schlechteste preisliche Wettbewerbsfähigkeit auf. Der Absturz ist aber auch auf die restriktive Visa-Politik und die mangelnde politische Offenheit zurückzuführen. Schlecht abgeschnitten hat die Schweiz auch bei Geschäftsreisen.

Jetzt rächten sich politische Entscheide wie das Ja zur Masseneinwanderungs- oder der Minarettinitiative, sagt Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer gegenüber der «SonntagsZeitung».

Die Schweiz könne die Schwächen ausgleichen, indem sie ihre Freizeit- und Unterhaltungsangebote ausbaue und nicht nur auf den naturnahen Tourismus setze, heisst es in dem Bericht. Bei den restlichen Kriterien liegt die Schweiz immer in den Top 30. Das WEF bescheinigt ihr eine «Weltklasse Infrastruktur».

Neues Bewertungsschema

Das Ergebnis wirft Fragen auf. Denn weder die Natur, noch das kulturelle Angebot haben sich seit letztem Jahr gross verändert. Die schlechtere Note dürfte daran liegen, dass sich das Bewertungsschema des WEF seit dem letzten Jahr geändert hat – so gibt es neue Gewichtungsfaktoren, bestehende wurden verändert, einige wurden neu ganz weggelassen.

Bei Schweiz Tourismus ist man dennoch positiv eingestellt: Die Schweiz ist «weltweit nach wie vor hervorragend positioniert», so Sprecherin Daniela Bär zur «SonntagsZeitung». Und weiter: «Die Tatsache, dass wir im Preis-Leistungs-Verhältnis den letzten Platz einnehmen, zeigt ja gerade, dass wir in anderen Kriterien einen Spitzenplatz belegen.»

Die Schweiz müsse weiterhin in die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen investieren, mahnt Andrea Züllig, Präsident von Hotelleriesuisse. Nur auf diese Weise bleibe sie konkurrenzfähig.

pat

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