Post spart auch beim Büropersonal

Über ein Drittel der Poststellen sollen in den nächsten vier Jahren verschwinden. Doch auch im Backoffice will die Post sparen – unter anderem beim Personal.

Abbau auch nach 2020 nicht ausgeschlossen: Postfiliale in Sursee. (Symbolbild)

Abbau auch nach 2020 nicht ausgeschlossen: Postfiliale in Sursee. (Symbolbild) Bild: Dominic Favre/Keystone

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Die Post hat angekündigt, bis 2020 bis zu 600 der ihrer 1400 Poststellen zu schliessen. Doch auch danach dürfte der Abbau weitergehen. Sinken die Umsätze in den traditionellen Poststellen weiter, könnte auch nach 2020 weitere Poststellen beispielsweise in Agenturen umgewandelt werden, bestätigt Postchefin Susanne Ruoff in der «Sonntagszeitung». Und dazu könne es kommen, «ausser die Menschen schreiben anstatt E-Mails wieder mehr Briefe und benutzen statt E-Finance das gelbe Büchlein».

Das Gesetz schreibt der Post laut Ruoff vor, «dass Postdienstleistungen innert einer gewissen zeitlichen Dauer und Distanz für die Bevölkerung erreichbar sein müssen.» Die Dienstleistung zähle «und nicht das Gebäude», in dem diese erbracht wird. Ruoff sagt, ihr sei es wichtig, auch weiterhin regional ausgewogen Poststellen zu betreiben und möglichst keine Schliessungen ohne Alternativlösung vorzunehmen. «Aber die Poststellen müssen wirtschaftlich sein.» Sonst lasse sich der Postdienst nicht mehr finanzieren.

Neuorganisation der zentralen Dienste

Gemäss dem «Sonntagsblick» will die Post zudem auch bei den zentralen Diensten sparen. Die Abteilungen Personal, Finanzen und Kommunikation werden neu organisiert. Ziel sei eine «stärkere Kosten- und Prozesseffizienz», wie die Post auf Anfrage erklärt. Erreicht werden soll dies durch ein neues Führungsmodell, das im April 2017 eingeführt wird. Wie viele Mitarbeiter davon betroffen sind, ist noch unklar. Wo Stellen abgebaut werden müssen, werde man «alles daransetzen, um sozialverträgliche Lösungen zu finden», teilte die Post mit.

Als Grund für die weitergehenden Sparmassnahmen nennt Post-Sprecher Richard Pfister grundlegende Herausforderungen «im Kontext des aktuellen Marktumfeldes und der digitalen Transformation». Die Pläne passen ins Bild eines Staatskonzerns, der spart, wo er kann. Vor zwölf Jahren waren 88,9 Prozent der Postangestellten durch den GAV geschützt. Heute sind es laut Post noch 61,5 Prozent. Immer häufiger werden Aufträge an Private wie Taxiunternehmen, Dienstleister oder Privatpersonen vergeben.

Für Gewerkschafter untragbar

SP-Nationalrat Corrado Pardini ist über diesen Sparkurs empört. «Es ist aus meiner Sicht untragbar, wenn die Post als bundesnaher Betrieb über die Auslagerung an Agenturen die Löhne drückt und den bestehenden Gesamtarbeitsvertrag unterläuft», sagt der Unia-Gewerkschafter im «Sonntagsblick». In der kommenden Session werde er den Bundesrat fragen, ob er über die Pläne der Post informiert war. (chi)

Erstellt: 30.10.2016, 04:36 Uhr

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