Nur ein Viertel macht ein Testament

Drei Viertel der Bevölkerung halten ein Testament zwar für etwas Wichtiges. Die eigene Nachlassregelung anzugehen, hat für viele jedoch eine untergeordnete Priorität.

Nur etwa jeder vierte Schweizer schafft es, seine Nachlassregelung rechtzeitig anzugehen: Ein Testament wird verfasst.  (Archiv)

Nur etwa jeder vierte Schweizer schafft es, seine Nachlassregelung rechtzeitig anzugehen: Ein Testament wird verfasst. (Archiv) Bild: DPA/Jens Büttner/Keystone

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Rund drei Viertel der Schweizerinnen und Schweizer erachten es als wichtig, ein Testament zu verfassen. Getan hat es aber vorerst nur ein gutes Viertel der Befragten, wie eine Umfrage zeigt.

Jedes Jahr werden in der Schweiz schätzungsweise rund 70 Milliarden Franken vererbt. Die Nonprofit-Organisation MyHappyEnd hat nun im Hinblick auf den internationalen Tag des Testaments vom Donnerstag am Mittwoch eine Umfrage zu diesem Thema veröffentlicht.

36 Prozent der Befragten erachten es als sehr wichtig, ein Testament zu verfassen und 38 Prozent als ziemlich wichtig. Bereits ein Testament verfasst haben gemäss der Umfrage 26 Prozent der Befragten.

Ein Fünftel will verzichten

16 Prozent wollen es in absehbarer Zukunft tun, und 34 Prozent werden laut eigenen Aussagen irgendwann ein Testament verfassen. Ein Fünftel der Befragten will dagegen auf ein Testament verzichten.

Auf die Frage, warum sie ein Testament verfassen wollen, antworteten 58 Prozent mit der Absicherung von Partnern und Kindern sowie weiteren Familienangehörigen. 32 Prozent sahen das Verfassen als selbstverständlich an, und 30 Prozent erachteten es als wichtig zu wissen, was mit ihrem Nachlass geschieht. 28 Prozent wollen mit einem Testament Erbstreitereien verhindern.

Lediglich drei Prozent gaben an, dass sie mit dem Nachlass «Gutes tun» möchten, indem sie neben der eigenen Familie beispielsweise gemeinnützige Organisationen berücksichtigen. Dass das Schweizer Erbrecht diese Möglichkeit explizit vorsieht, wissen 70 Prozent der Befragten. Immerhin 39 Prozent könnten sich vorstellen, dies auch zu tun.

«Luft nach oben»

«Hier besteht noch viel Luft nach oben», wird Beatrice Gallin, Geschäftsführerin von MyHappyEnd, in der Mitteilung zitiert. Der Verein hat sich im Auftrag von mehr als 20 gemeinnützigen Organisationen zum Ziel gesetzt, offen über Tabuthemen wie Tod und Erbschaft zu sprechen.

Mit der freien Quote habe der Gesetzgeber ganz bewusst eine Möglichkeit geschaffen, via Testament ein Zeichen zu setzen für ein persönliches Anliegen, das einem besonders wichtig erscheine. Wer davon Gebrach mache, tue Gutes und könne der Gesellschaft etwas zurückgeben – und dies sei doch eine wunderbare Sache, wird Gallin zitiert.

Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom Institut Demoscope im Auftrag von MyHappyEnd durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 20. Juli und dem 6. August 1067 Menschen ab 45 Jahren aus der Deutsch- und der Westschweiz. (nag/sda)

Erstellt: 12.09.2018, 08:49 Uhr

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