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Staatsanwältin verschärft Strafmass: «Nichts gelernt»

Weil Ex-Banker Rudolf Elmer am Montag zwei weitere Daten-CDs an Wikileaks übergeben hatte, verschärfte die Staatsanwältin am Mittwoch während des Prozesses das geforderte Strafmass - von acht Monaten bedingt auf acht Monate unbedingt.

Dass der Angeklagte nur zwei Tage vor dem Zürcher Prozess eine Pressekonferenz in London mit Wikileaks-Gründer Julian Assange abhielt, beurteilte die Staatsanwältin als «Missachtung des Gerichts.» Dieses Verhalten wecke doch erhebliche Zweifel am Angeklagten. «Rudolf Elmer hat offenbar keine Lehren aus dem bisherigen Verfahren gezogen.» Man könne ihm keine positive Prognose stellen, weshalb das Strafmass zu verschärfen sei. «Bank wollte ihn mundtot machen» Elmers Anwältin betonte, dass die Bank Julius Bär eine regelrechte Kampagne gegen ihren Mandanten geführt habe, um ihn mundtot zu machen. Er werde als Spinner abgestempelt, obwohl er erwiesenermassen nicht geisteskrank sei. Tatsächlich wurde bei Elmer nur eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert, aber keine psychische Störung, welche eine strafmindernde Wirkung haben könnte. Er gilt vor Gericht somit als voll zurechnungsfähig. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Wirtschaftsprüfer vor, seinen ehemaligen Arbeitgeber mehrmals bedroht und das Bankgeheimnis verletzt zu haben. In ihrem Plädoyer betonte die Anwältin, dass das Schweizer Bankgeheimnis nicht bei Daten zum Einsatz komme, die von den Cayman Islands stammen würden. Elmer habe das Bankgeheimnis somit nicht verletzt, als er die Kundendaten veröffentlicht habe. Das Urteil soll noch am (heutigen) Mittwoch veröffentlicht werden.

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