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Staatsanwältin: «Rudolf Elmer ist kein Whistleblower»

Dass der ehemalige Julius-Bär-Banker Rudolf Elmer ein Whistleblower ist, glaubt die Staatsanwältin nicht.

Er habe sich nachträglich zum Whistleblower hochstilisiert, sagte sie am Mittwoch vor dem Zürcher Bezirksgericht. Elmer sei es keineswegs darum gegangen, allfällige unmoralische Geschäftspraktiken seines Arbeitgebers offenzulegen. Bei seiner Anstellung auf den Cayman Islands habe er schliesslich nie gegen das System opponiert. Es sei ihm immer nur um die Massnahmen gegen seine Person gegangen. Als Beispiele nennt sie den Lügendetektortest, den Elmer verweigerte, oder die Streitigkeiten über Krankenhausabrechnungen. «Er war der Meinung, dass ihm noch Leistungen zustehen.» Dies erkenne man auch daran, dass sein Droh-Mail aus einem Zürcher Internetcafé eine Forderung von 50'000 Franken enthalten habe. Es sei nicht verwunderlich, dass Elmer bei dieser Mail nicht geständig sei - im Gegensatz zu den anderen Drohungen, zu denen er stehe. Schliesslich passe eine Geldforderung nicht zu den übergeordneten Zielen eines Whistleblowers, sagte sie. Dass sich Elmer als Whistleblower darstellt, bezeichnete die Staatsanwältin als «Verteidigungsstrategie». Die Staatsanwaltschaft wirft dem Wirtschaftsprüfer vor, seinen ehemaligen Arbeitgeber bedroht und das Bankgeheimnis mehrmals verletzt zu haben. Dafür fordert sie eine bedingte Freiheitsstrafe von 8 Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem soll Elmer eine Busse von 2000 Franken bezahlen. Das Urteil soll noch am (heutigen) Mittwoch eröffnet werden.

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