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Siroop ist noch lange kein Amazon

Der Detailhandelsriese will vom boomenden Onlinehandel profitieren. Nun erweitert er seine 2015 lancierte Onlineplattform Siroop auch in die Westschweiz. Zahlen sind aber immer noch ein gut gehütetes Geheimnis.

Sie wollen Coop im Internet vorantreiben: Philipp Wyss, Leiter Direktion Marketing/Beschaffung, und Konzernchef Joos Sutter.
Sie wollen Coop im Internet vorantreiben: Philipp Wyss, Leiter Direktion Marketing/Beschaffung, und Konzernchef Joos Sutter.
Keystone

Die Einkaufswelt ist im Wandel. Schweizer Detailhändler müssen der internationalen Konkurrenz wie Amazon oder Zalando die Stirn bieten. Coop versucht dies mit der Onlineplattform Siroop, die sie mit der Swisscom im November 2015 lancierte.

«Bei Siroop gibt es eine Warteliste von 2000 Schweizer Firmen, die ihre Waren über unsere Plattform anbieten wollen», sagte Konzernchef Joos Sutter am Dienstag an der Medienkonferenz in Basel. Er sei stolz auf das Start-up, welches in so kurzer Zeit so viel auf die Beine gestellt habe.

Aktuell kann man mehr als 500 000 Produkte von rund 300 Händlern erwerben. Siroop wird seit Jahresende intensiv beworben. Trotzdem wollte Sutter weder Ziele noch Zahlen beziffern: «Das ist als Start-up ein langfristiges Projekt.»

Siroop ist als Start-up ein langfristiges Projekt.

Konzernchef Joos Sutter

Das Team arbeite sehr autonom und fokussiere sich auf den Aufbau des Geschäfts. Sutter betonte: «Wir sind mit Siroop bisher sehr zufrieden. Im Laufe des Jahres 2017 erweitern wir die Plattform mit Unternehmen aus der Westschweiz.»

«Fürchten Konkurrenz nicht»

Siroop.ch ist ein Gemischtwarenladen, in dem kleine und grosse Händler ihre Waren online feilbieten können – von Spielwaren bis zur Kamera. Das Modell basiert auf einer Kommission. Für Elektronikartikel entrichten Händler 6 Prozent, für alle anderen Waren müssen sie 9,9 Prozent Kommission an Siroop abdrücken.

Ähnlich funktioniert der Marktplatz von Amazon. Haben Schweizer Detailhändler längerfristig überhaupt eine Chance gegen die Konkurrenz der US-Giganten? Joos Sutter sagte: «Siroop wurde nicht eröffnet in der Meinung, Amazon komme nicht. Wir fürchten keine Konkurrenz, können jedoch viel lernen von ­anderen.»

Die Lieferungen der Händler sind bei Siroop uneinheitlich. Einer liefert am nächsten Tag, der andere fünf Tage später. Ist das nicht ein Problem? «Die KMU auf unserer Plattform haben unterschiedliche Voraussetzungen. Sie sollen nicht aus­geschlossen sein, weil sie noch nicht so rasch liefern.»

Man müsse ihnen Zeit geben. Sutter verrät aber, dass sich längerfristig eine Vereinheitlichung ergeben werde. Die Digitalisierung krempelt den Detailhandel um. Interna­tionale Onlineanbieter wie Zalando haben in der Schweiz weder Lagerräume noch Logistikinfrastrukturen. Gemäss einer Studie der Beratungsfirma Carpathia belegt Zalando aber schon heute im hiesigen Onlinehandel den zweiten Platz.

Ungeeignet sind Frischwaren

Eine Ausnahme ist der Food­bereich. Hier harzt die Digitalisierung: Beim Kauf frischer Lebensmittel wollen Kunden selber im Laden wählen. Zudem ist der Schweizer Markt durch Zölle geschützt und abgeschottet.

Sowohl die Migros als auch Coop unterstreichen stets, wie gross ihr Wachstum im Onlinebereich sei. Aber Le Shop trägt nur 0,66 Prozent zum Umsatz der Migros-Gruppe bei, bei Coop@home sind es 0,46 Prozent.

Der Onlinesupermarkt Coop@home erzielte 2016 einen Nettoerlös von 129 Millionen Franken. Le Shop der Migros 182 Millionen Franken. Die mageren Umsätze verwundern nicht. Lebensmittel haben im Internet nichts verloren.

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