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Schmolz + Bickenbach hofft auf Entspannung

Beim Luzerner Stahlkonzern steigen die Bestellungen erstmals wieder – nach «einem der schwierigsten Jahre».

Eine Nachfrageflaute in der Autoindustrie und ein Einbruch in der Maschinenbauindustrie machten dem Konzern zu schaffen. Foto: PD
Eine Nachfrageflaute in der Autoindustrie und ein Einbruch in der Maschinenbauindustrie machten dem Konzern zu schaffen. Foto: PD

Schmolz + Bickenbach scheint über den Berg zu sein. Nach etlichen Quartalen mit sinkendem Auftragsbestand ziehe dieser seit dem vierten Quartal wieder an, sagt Finanzchef Matthias Wellhausen. «Der moderate Aufwärtstrend hielt auch im neuen Jahr an – bis zum Ende der vergangenen Woche. Da war von Corona noch nichts zu spüren.» Im Gegenteil: Das Unternehmen habe sogar Anfragen aus der Automobilindustrie erhalten, ob Schmolz + Bickenbach kurzfristig einspringen könne, falls bestimmte Produkte aus Asien nicht mehr lieferbar seien.

Das ist Balsam auf die Wunden des Unternehmens. Denn in den vergangenen Quartalen bekam die Firma die Nachfrageflaute in der Autoindustrie zu spüren – gepaart mit einem Einbruch in der Maschinenbauindustrie. «Das vergangene Jahr war eines der schwierigsten der Firmengeschichte. So einen Nachfrageeinbruch haben wir seit der Finanzkrise nicht mehr gesehen», resümiert Firmenchef Clemens Iller. Unter dem Strich stand ein Minus von 521 Millionen Euro.

Nun fehlen noch die Banken

Der Haupteigentümer musste daher in die Bresche springen: Der Besitzer des Autoimporteurs Amag, Martin Haefner, hat über eine Kapitalerhöhung 325 Millionen Franken an frischem Kapital eingeschossen. Er besitzt nun fast die Hälfte an dem Unternehmen. Der Liwet Holding um den russischen Investor Viktor Vekselberg gehören weitere 25 Prozent. Nun fehlen noch die Banken: Bis Ende März will das Unternehmen die laufenden Verhandlungen über Kredite abschliessen und damit die finanziellen Voraussetzungen für eine Sanierung schaffen.

Der Sanierungsplan sieht vor, bis 2024 das operative Ergebnis (Ebitda) um 274 Millionen Euro zu verbessern. Um das zu erreichen, plant Schmolz + Bickenbach unter anderem den Abbau von rund 400 Arbeitsplätzen in Deutschland. Ein Stellenabbau in der Schweiz ist nicht vorgesehen. Diese Massnahmen sollen bereits im laufenden Jahr Früchte tragen und zu einem deutlich besseren Ergebnis führen.

Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh. Die Auswirkungen des Virus auf die Wirtschaft seien derzeit nicht absehbar, sagt Firmenchef Iller. Der Einfluss auf die Firma selbst sei gering – solange es keine Betriebsschliessungen in Europa gebe. Die direkten Exporte nach China machen nur einen sehr geringen Teil des Geschäfts aus.

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