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Russland rüstet sich für Bankenkollaps

Investoren ziehen massenhaft Geld aus Russland ab. Nun reagiert die Zentralbank. Und Putin plant eine eigene Kreditkarte.

Im ersten Quartal 2014 sind rund 70 Milliarden Dollar aus Russland abgeflossen: Ein Frau vor einer Filiale der russischen Sberbank in St. Petersburg. (27. März 2014)
Im ersten Quartal 2014 sind rund 70 Milliarden Dollar aus Russland abgeflossen: Ein Frau vor einer Filiale der russischen Sberbank in St. Petersburg. (27. März 2014)
Reuters

Die russische Notenbank hat angesichts des Kapitalabzugs von Investoren und der Folgen westlicher Sanktionen gegen das Land eine Stützung der heimischen Banken in Aussicht gestellt. Man werde die Institute falls nötig mit Geld versorgen, erklärte heute Zentralbank-Chefin Elwira Nabiullina. «Wir sind dazu bereit, alle Standard-Werkzeuge zu nutzen, um unsere Banken mit Liquidität zu versorgen», sagte Nabiullina.

Finanzminister Anton Siluanow sagte, die Regierung sei bereit, den Banken mit allen Nothilfen unter die Arme zu greifen, die auch in der Finanzkrise 2008/09 eingesetzt worden seien. Derzeit sei das aber noch nicht erforderlich.

Viele Investoren ziehen sich derzeit aus Russland zurück, weil sie die zunehmende Isolation des Landes verunsichert. Der russische Vizeminister für Wirtschaftsentwicklung, Andrej Klepatsch, rechnet allein im ersten Quartal 2014 mit einem Kapitalabfluss von 70 Milliarden US-Dollar.

«Putin-Card» soll in die Bresche springen

Präsident Wladimir Putin hat westliche Firmen derweil vor einem Verlust von Gewinnen und Marktanteilen gewarnt, sollten sie den Zahlungsverkehr in seinem Land einschränken. «Es ist wirklich bedauerlich, dass gewisse Unternehmen Restriktionen beschlossen haben», sagte Putin bei einem Treffen mit hochrangigen Abgeordneten. «Das wird wohl nur dazu führen, dass sie gewisse Segmente des Markts verlieren - einem sehr profitablen Markt.»

Mit den Aussagen reagierte der Präsident auf die Entscheidung der US-Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard, die in der vergangenen Woche kurzzeitig den Zahlungsdienst für Kunden der Rossija-Bank und weiterer russischer Geldinstitute eingestellt hatten. Die USA hatten zuvor in der Krim-Krise Sanktionen gegen die Rossija-Bank verhängt; sie ist die Hausbank enger Verbündeter von Putin.

Um solche Sanktionen in Zukunft zu umgehen, will der russische Präsident einen eigenen Kreditkartenanbieter schaffen. Er kündigte heute die Gründung einer nationalen Gesellschaft für Kreditkarten an. «Wir brauchen sie unbedingt, und wir werden das machen», sagte Putin laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax in Moskau. Als Vorbilder nannte er die japanische Kreditkartenorganisation JCB und die chinesische Unionpay.

SDA/ldc

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