Rekordschnee bringt Bergbahnen ans Limit und lässt hoffen

Vielerorts wurden Skipisten wegen Lawinenniedergängen gesperrt. Vereinzelt gibt es für Wintersportler Preisnachlässe.

Die Schweiz versinkt im Schnee: Zermatt ist derzeit nur per Helikopter erreichbar. Video: Tamedia/Leserreporter/SDA
Ernst Meier@tagesanzeiger

Über drei Meter Schnee hat es in den Alpen innert wenigen Tagen gegeben. Nach dem schneereichen Dezember scheint nun auch der Start in die Sportferien geglückt. Doch im Moment ist der viele Schnee mehr Last als Segen. Im Skigebiet Engelberg-Titlis blieben am Montag praktisch alle Bahnen geschlossen – zu gross war die Lawinengefahr. Nur ein paar wenige Lifte in den unteren Regionen waren offen. Am Dienstag sieht es jedoch wieder besser aus, wie Peter Reinle, Marketingleiter von Engelberg-Titlis, sagt. Man habe die Lage durch Lawinensprengungen entschärfen können. «Viele Bahnen konnten heute Morgen wieder geöffnet werden. Der Gletscher bleibt aber vorerst noch zu», sagt Reinle. Die Schneeverhältnisse seien ausgezeichnet, und die Sonne zeige sich auch wieder.

Hasliberg gibt 20 Prozent Rabatt

Auch in Meiringen-Hasliberg ist man über den starken Schneefall froh, denn letzte Woche war es mit der Talfahrt immer prekärer geworden. Derzeit ist man im Skigebiet im Berner Oberland mit der Entschärfung der Lawinengefahr und der Präparierung der Pisten beschäftigt. Alle Bahnen in den oberen Regionen bleiben deshalb geschlossen. Für Skifahrer gibt es nun eine Ermässigung von 20 Prozent auf Tageskarten. Bei den Bergbahnen Meiringen-Hasliberg geht man davon aus, dass ab Donnerstag wieder alle Bahnen geöffnet werden können.

Davos: Piste frei während WEF

In Davos-Klosters wird während der WEF-Woche Skifahren speziell empfohlen. Aufgrund des Rummels in der Stadt sind die Pisten leer wie sonst nie während der Saison. Beste Voraussetzungen für Wintersportfans also. Doch am Dienstagmorgen waren einige Lifte in den Gebieten Jakobshorn und Schatzalp noch geschlossen – ebenfalls wegen Lawinengefahr. Man arbeite mit Hochdruck an der Entschärfung, heisst es bei Davos-Klosters-Tourismus. Preisreduktionen gibt es keine.

Video - Davos versinkt im Schnee

Gewaltige Schneemassen decken Davos zum WEF-Auftakt ein. Video: Tamedia

Andermatt nur per Zug erreichbar

Erschwert ist die Anreise nach Andermatt, das derzeit nur mit der Bahn von Göschenen her erreicht werden kann. Die Strasse nach Andermatt hinauf ist wegen Lawinenniedergangs gesperrt, ebenso die Strecke der Matterhorn-Gotthard-Bahn beim Oberalppass. Nach dem heftigen Schneefall stand fast das ganze Skigebiet still. Auch im Talboden musste wegen der Lawinengefahr die Langlaufstrecke geschlossen werden. Am Dienstagmorgen öffneten die ersten Bahnen im Gebiet Gemsstock und Gurschen wieder. Die Talabfahrt Andermatt bleibt vorerst zu. Auf der Sedruner Seite stehen nur vier von elf Bahnen offen. Die Tageskarte wird aktuell mit einer Reduktion von 30 Prozent verkauft.

Zermatt ist weiterhin «abgeschlossen von der Aussenwelt» – das heisst von und nach Zermatt kann wegen des Rekordschnees nur mit dem Helikopter gereist werden. Gestern blieb das Skigebiet geschlossen. Gäste, die bereits eine Tageskarte gelöst hatten, erhielten diese entschädigt. Am Dienstagmorgen wurden diverse Lawinensprengungen durchgeführt und die Pisten intensiv präpariert, heisst es bei Zermatt-Tourismus. Sieben Anlagen seien wieder geöffnet worden, während die Gornergratbahn noch geschlossen bleibt.

Wenn auch der heftige Schneefall in allen Skigebieten zu Ausfällen und viel Arbeit führte, so überwiegt die Freude bei den Touristikern: Unisono sieht man den Start in die Winterferien-Saison geglückt. Die Voraussetzungen sind dank dem vielen Neuschnee sehr gut.

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