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OPEC bleibt auch mit 50 mächtig Von Julien Girault, afp Hintergrund

London Als am 14.

September 1960 die fünf Staaten Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela die Gründung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) besiegeln, eint sie ein Ziel: die Ölpreise auf dem Weltmarkt durch die Festlegung der eigenen Fördermengen bestimmen zu können. Auch ein halbes Jahrhundert nach seiner Gründung ist das Kartell in den Augen vieler Experten ein Schwergewicht auf dem Markt - ungeachtet der steigenden Nachfrage nach sauberen Energien. Rund 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion und 60 Prozent der als gesichert geltenden Ölreserven werden von der OPEC heute kontrolliert. Der weltweite Energiehunger verleiht der Organisation damit Macht, die das Kartell in der Vergangenheit auch auf politischer Bühne zu nutzen versuchte. So drosselten die OPEC-Länder nach dem Jom-Kippur-Krieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn im Jahr 1973 die Fördermenge, weil der Westen Israel unterstützte. Ein rasanter Preisanstieg für Öl war die Folge. Für stabile Preise Das Öl-Kartell selbst kündigte im Jubiläumsjahr an, sich künftig für Preisstabilität einsetzen zu wollen. «Die OPEC ist sich vollständig bewusst, dass es von grossem Nutzen ist, einen stabilen und harmonischen Markt für Öl zu gewährleisten», sagte der Generalsekretär der Organisation, Abdalla Salem el Badri. «Nicht nur für die ölfördernden Länder, die stark auf die Erlöse für ihre wirtschaftliche Entwicklung angewiesen sind, sondern auch für die Verbraucher, die sich sicher sein können, dass Rohöl zu fairen und angemessenen Preisen verfügbar sein wird.» Die Zeit, an der an den Märkten wegen der schwindelerregenden Achterbahnfahrt der Ölpreise Verunsicherung grassierte, liegt gerade einmal zwei Jahre zurück. Zwischen Juli und Dezember 2008 schwankte der Kurs vom historischen Höchststand von 147 Dollar auf unter 33 Dollar pro Fass (159 Liter). In den vergangenen Monaten pendelte der Preis allerdings konstant zwischen 70 und 80 Dollar (rund 55 bis 63 Euro) pro Fass. Wandel steht bevor Wichtige Veränderungen stehen der OPEC künftig innerhalb der Organisation bevor. Innerhalb von sechs Jahren könnte der kriegszerrüttete Irak seine Produktion von derzeit 2,5 Millionen Fass auf bis zu zwölf Millionen Fass pro Tag erhöhen - und damit zum zweitgrössten OPEC-Ölförderland hinter Saudi-Arabien aufsteigen. Der Energieexperte Jean-Marie Chevalier von der Pariser Wirtschaftsuniversität Dauphine sieht darin eine «grosse Herausforderung» für die OPEC. Die Sorge, dass angesichts des Klimawandels die Nachfrage nach Biokraftstoffen und alternativen Energien steigen und das Interesse am «schwarzen Gold» folglich schrumpfen könnte, bleibt für das Kartell indes überschaubar. Beim Internationalen Energie Forum (IEF) im April herrschte bei den ölfördernden Ländern Einigkeit darüber, dass Erdöl für weitere «Jahrzehnte» den grössten Teil des weltweiten Energiebedarfs stillen wird.

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