Ölpreis wird wegen Irma steigen

Auch die Ölbranche leidet unter dem Sturm. Analysten warnen, dass der Effekt auf die Preise merklich sein dürfte.

In der Ölindustrie wurden viele Förder- und Logistikanlagen beschädigt: Luftaufnahme des Hafens von Houston. (31. August 2017)

In der Ölindustrie wurden viele Förder- und Logistikanlagen beschädigt: Luftaufnahme des Hafens von Houston. (31. August 2017) Bild: US Coast Guard/Keystone

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Hurrikan Irma könnte nach seinem Vorgänger Harvey die Benzinpreise weiter nach oben treiben und die Wirtschaft im US-Bundesstaat Florida schwer treffen. Dies schätzen Experten des internationalen Analyse- und Beratungsunternehmens Capital Economics.

Selbst wenn Irma wohl nicht ins ölreiche Texas zieht, sondern am Wochenende weiter östlich auf Land trifft, dürfte der Effekt auf die Ölpreise merklich sein, warnten die Analysten. Bis zu 10 Prozent der Kapazitäten in den Raffinerien am Golf seien noch ausser Betrieb. «Irma» werde deshalb mehr Aufwärtsdruck auf die Benzinpreise ausüben.

In Texas hatten die enormen Windstärken und Regenmassen von Hurrikan «Harvey» erst kürzlich Chaos angerichtet. In der dortigen Ölindustrie wurden viele Förder- und Logistikanlagen beschädigt oder mussten ihren Betrieb unterbrechen, im Golf von Mexiko waren Raffinerien zu Stilllegungen gezwungen.

Die Lage entspannte sich danach ein wenig, die Benzinpreise fielen wieder leicht. Durch die Ankunft von «Irma» könnten Ölprodukte nun wegen der insgesamt verringerten Produktion aber wieder teurer werden, der Sturm wird am Markt genau beobachtet. Am Freitag hatten auch die Rohölpreise zunächst weiter zugelegt.

Hoch und tief

Auch andere Teile der Wirtschaft müssen sich nach Einschätzung von Capital Economics auf Probleme wegen Irma einstellen. «Verkäufe von abgefülltem Trinkwasser, Batterien, Konserven und Kraftstoff werden emporschnellen – Verkäufe von allem anderen werden in Florida abstürzen», glauben die Analysten. Auch die Versicherungsbranche stellt sich schon auf riesige Summen ein.

In der Karibik verursachte Irma nach Berechnungen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bisher Schäden von rund 10 Milliarden Dollar. Capital Economics zufolge könnten die erwarteten Kosten in den USA auch die Debatte über die Schuldenobergrenze in Washington neu befeuern. Nach Harvey beschloss der Senat Bundeshilfen von 15,25 Milliarden Dollar für die Opfer der Flutkatastrophe in Texas. (oli/sda)

Erstellt: 09.09.2017, 17:25 Uhr

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