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Obamacare holt auf

Kurz vor Fristablauf haben in den USA mehr als sechs Millionen Menschen eine Krankenversicherung abgeschlossen. Ein unerwarteter Erfolg für Obamas Prestigeprojekt.

30 Millionen Amerikaner sollen dereinst zusätzlich Zugang zu einer Krankenversicherung erhalten: Eine Anhängerin von Präsident Obama trägt eine beschrifteten Gips. (30. Oktober 2013)
30 Millionen Amerikaner sollen dereinst zusätzlich Zugang zu einer Krankenversicherung erhalten: Eine Anhängerin von Präsident Obama trägt eine beschrifteten Gips. (30. Oktober 2013)
Keystone

Technische Pannen hatten den Start des Onlineportals healthcare.gov im Herbst verhagelt, in den ersten Monaten blieb die Nachfrage weit hinter den Erwartungen zurück. Doch nun nähert sich die Zahl der Versicherungsabschlüsse der ursprünglich anvisierten Zielmarke von sieben Millionen. Inzwischen hätten mehr als sechs Millionen Menschen eine Krankenversicherung abgeschlossen, teilte das Weisse Haus heute mit.

Über Onlinebörsen können unversicherte US-Bürger seit dem 1. Oktober 2013 die Policen privater Anbieter vergleichen und Anträge ausfüllen. Ausserdem erfahren sie dort, ob sie Anspruch auf staatliche Hilfen haben. Als Frist für den Abschluss einer Krankenversicherung hatte Obamas Regierung den 31. März gesetzt, sonst droht eine Strafzahlung. Das Weisse Haus weichte diesen Termin aber vor einigen Tagen auf: Wer mit dem Ausfüllen des Antrags bis spätestens Montag beginnt, bekommt noch einen letzten Aufschub bis Mitte April.

Ein gewaltiger Imageschaden

Das Interesse an einer Krankenversicherung unter der Obamacare genannten Reform zog in den vergangenen Tagen offenbar noch einmal deutlich an. Alleine am Mittwoch seien 1,5 Millionen Zugriffe auf healthcare.gov verzeichnet worden, teilte das Weisse Haus mit. Anfänglich hatten viele Nutzer das Onlineportal wegen technischer Mängel nur sehr eingeschränkt verwenden können. Bis Ende November konnte die Regierung die meisten Probleme zwar beheben, der Imageschaden für Obamas Prestigeprojekt war aber gewaltig.

Die im Jahr 2010 verabschiedete Gesundheitsreform tritt in mehreren Etappen in Kraft. Das Massnahmenbündel soll insgesamt mehr als 30 Millionen unversicherten Menschen in den USA Zugang zu einer Krankenversicherung verschaffen. Im Kern steht die Pflicht aller Bürger, sich bei einer Krankenkasse zu versichern. Die Republikaner prangern dies als Beschneidung bürgerlicher Freiheitsrechte an, ausserdem befürchten sie die Belastung der Wirtschaft durch Überregulierung. Der andauernde Streit um Obamacare zeichnet sich als ein zentrales Thema bei den Kongresswahlen im November ab.

AFP/ldc

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