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Mit dem Einsatz von Zeit gegen den Anstieg der Pflegekosten

Zeittauschkreise, bei denen Menschen anderen Menschen gegenseitig ihre Zeit ohne Bezahlung zur Verfügung stellen, gibt es in der Schweiz schon seit fast zwei Jahrzehnten.

Nun kommt eine neue Idee: Die Anwendung dieses Prinzips auf das Pflege- und Betreuungssystem. Zeta, ein Projekt der Sunflower Foundation in Zürich, will nämlich auf Basis von Zeittausch ein Pflegesystem schaffen, das Menschen in der Schweiz dazu bringen soll, sich bei Krankheit und Hilfsbedürftigkeit gegenseitig zu unterstützen - und dies ohne Bezahlung. Den Anreiz dafür sieht die nach eigenen Angaben wirtschaftlich und politisch unabhängige Stiftung in der Suche nach «sozialen Ergänzungen» zum Tauschmittel Geld. Dazu erforscht sie die Funktionsweise von komplementären Währungen - wie etwa Zeit. Japanisches System als Vorbild Dass die Idee nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, zeigt das Beispiel des japanischen Pflege- und Betreuungssystems Fureai Kippu. Anfang der 90er-Jahre von einem ehemaligen Justizminister gegründet, verbreitet es sich in Japan kontinuierlich. Bei Fureai Kippu, was übersetzt Pflege-Beziehungs-Gutschrift bedeutet, kann zum Beispiel ein junger Mensch für eine ältere Person den Einkauf erledigen, ihr beim Baden, Kochen oder Haushalten helfen. Die geleisteten Stunden kann der junge Mensch dann zu einem späteren Zeitpunkt einlösen, wenn er oder sie selbst auf Hilfe angewiesen ist. Die Zeitgutschrift kann aber auch den eigenen Eltern übertragen werden, die bereits jetzt hilfsbedürftig sind, leider aber in einer anderen Region des Landes wohnen. Schweizer Projekt erst am Anfang Das Zeta-Projekt steht dagegen noch in den Kinderschuhen und ist abgesehen von der Idee nicht weit gereift. Was es auch hier zuerst einmal braucht, ist Startkapital in realem Geld, damit professionelle Strukturen aufgebaut werden können. Würde dieses gefunden, gibt sich die Sunflower Foundation überzeugt davon, dass das japanische System auch in der Schweiz angewendet werden könnte.

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