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Milliarden-Puffer zum Schutz der Banken in der Euro-Krise Höhere Kapitalquote könnte Folgen für Kunden und Aktionäre haben Hintergrund

Brüssel Im Kampf gegen einen drohenden Flächenbrand in der Schuldenkrise sollen die EU-Banken zu einem grösseren Kapitalpuffer verpflichtet werden.

Dies soll verhindern, dass Institute im Fall einer Staatspleite zusammenbrechen. Das könnte drohen, falls sie wie im Falle Griechenlands auf einen beträchtlichen Teil ihrer Forderungen verzichten müssen. Die so genannte Kernkapitalquote soll dabei bis Mitte 2012 auf neun Prozent angehoben werden. Dazu brauchen die Banken laut EU-Diplomaten 108 Milliarden Euro zusätzliches Kapital. Was ist die Kernkapitalquote? Die Kernkapitalquote beschreibt das Verhältnis vom Kapital einer Bank zu ihren risikobehafteten Geschäften, also zu den vergebenen Krediten und den getätigten Geldanlagen. Das Kernkapital kann Verluste abfangen, die es durch Kreditausfälle und Kursabstürze gibt. Warum ist die Erhöhung nötig? Die Lage Griechenlands ist inzwischen so dramatisch, dass dem Land ein Teil seiner Schulden erlassen werden muss. Anvisiert wird ein Schuldenschnitt von mindestens 50 Prozent. Athens private Gläubiger müssten damit auf die Hälfte ihrer verliehenen Gelder verzichten und entsprechende Ausfälle verbuchen. Woher soll das frische Geld kommen? Die Banken sollen sich selbst um die Erhöhung der Quote kümmern. Sie können dazu einen Teil ihrer Gewinne zur Aufstockung des Kapitalpuffers verwenden. Reicht dies nicht, müssten sie versuchen, am Markt Geldgeber zu finden. Möglich ist eine Kapitalerhöhung, bei der neue Aktien ausgegeben werden. Wenn einzelne Banken das Geld nicht zusammenbekommen, müsste wohl der Staat einspringen. Was könnte die höhere Kapitalquote für Bankkunden bedeuten? Eine höhere Kernkapitalquote senkt das Risiko von Pleiten, damit ist das Geld der Bankkunden sicherer. Unklar ist, ob Institute neuen Kapitalbedarf auch über höhere Gebühren einspielen würden. Geschmälert werden voraussichtlich die Dividenden von Bank- Aktionären, wenn die Institute mehr von ihren Gewinnen einbehalten. Die Auswirkungen auf Kunden und Aktionäre hängen immer auch davon ab, wie hoch die bisherige Kernkapitalquote bei der jeweiligen Bank und damit ihr zusätzlicher Finanzbedarf ist.

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