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«Mich erwischt es kein zweites Mal»

Vor dem drohenden Bankrott fühlt sich Argentiniens Bevölkerung an die Staatspleite des Jahres 2002 erinnert. In Panik bricht sie vorläufig nicht aus – kauft aber Dollars.

Die Geier kreisen über Argentinien: Proteste in Buenos Aires gegen die bevorstehende Staatspleite. (30. Juli 2014)
Die Geier kreisen über Argentinien: Proteste in Buenos Aires gegen die bevorstehende Staatspleite. (30. Juli 2014)
Reuters

Die Stimmung, die in der argentinischen Bevölkerung angesichts des drohenden Staatsbankrotts herrscht, gibt die Zeitung «La Nación» wieder, indem sie das Gespräch zwischen einem Taxifahrer und seinem Fahrgast in Buenos Aires schildert. Die beiden Männer erzählen sich in einer Mischung aus Fatalismus, Empörung und Galgenhumor, wie übel ihnen und ihren Familien die Wirtschaftskrisen mitgespielt haben, die periodisch über das Land hereinbrechen: die Hyperinflation von 1989. Die Parität zwischen argentinischem Peso und Dollar, die einem grossen Teil der Bevölkerung in den 1990er-Jahren das trügerische Gefühl vermittelte, wohlhabend zu sein, aber in eine Katastrophe mündete. Die Einfrierung der Sparkonten und die zwangsweise Umwandlung von Dollarguthaben in Pesos, was den Wert der angesparten Vermögen auf einen Schlag um zwei Drittel schrumpfen liess. Der Staatsbankrott und die grosse Krise der Jahre 2001 und 2002. Und nun, nach einigen Jahren der Erholung, eine reale Inflationsrate von jährlich fast 40 Prozent, Währungszerfall und Devisenkontrollen, Rezession und Entlassungen.

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