Meyer Burger verkauft Diamantdrahtproduktion

Die Thuner Firma Meyer Burger verkauft ihren nicht Solartechnik-bezogenen Unternehmensbereich. Die Diamantdrahtproduktion wird von der Thermocompact-Gruppe übernommen.

Die Meyer-Burger-Tochter Diamond Materials Tech (DMT) wird für 6 Millionen Dollar  an Thermocompact verkauft. (Archivbild)

Die Meyer-Burger-Tochter Diamond Materials Tech (DMT) wird für 6 Millionen Dollar an Thermocompact verkauft. (Archivbild) Bild: Markus Hubacher

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Der Thuner Solarindustriezulieferer Meyer Burger verkauft sein nicht Photovoltaik-bezogenes Diamantdrahtproduktionsgeschäft. Die Thermocompact-Gruppe übernimmt die Meyer-Burger-Tochter Diamond Materials Tech (DMT) in Colorado Springs in den USA für 6 Millionen Dollar.

Bereits im März hatte Meyer Burger angekündigt, die eigene Drahtproduktion von Diamantdraht von DMT einzustellen. Davon waren 72 Mitarbeitende betroffen. Für das verbleibende Geschäft von DMT habe nun ein bindender Kaufvertrag mit Thermocompact unterzeichnet werden können, teilte Meyer Burger am Montag mit.

Rund 25 Mitarbeitende werden von Thermocompact übernommen. Thermocompact ist spezialisiert auf Edelmetallbeschichtung, Herstellung von Hightech-Drähten für die Elektroerosion sowie hochspezialisierte Drähte.

Der Vollzug des Deals ist für Mitte Dezember geplant. Der Verkauf führt zu einem ausserordentlichen, nicht liquiditätswirksamen Aufwand von 22,5 Millionen Dollar in der Erfolgsrechnung von Meyer Burger.

Meyer Burger befindet sich in einem starken Umbau und will damit zurück in die schwarzen Zahlen gelangen. Im November gab das Unternehmen bekannt, seine Produktion in der Schweiz zu schliessen und Teile davon nach China zu verlegen. Davon sind bis zu 180 Stellen im Berner Oberland betroffen.

Erster Informationsaustausch

Im Zusammenhang mit den voraussichtlichen Massenentlassungen in Thun haben Vertreter der Geschäftsleitung, der Mitarbeitenden, der Sozialpartner, die Stadt Thun und das Berner Wirtschaftsamt Beco eine Informationsplattform ins Leben gerufen.

Bei ersten Gesprächen am vergangenen Freitag ging es den Beteiligten vor allem um einen allgemeinen Informationsaustausch. Die Informationsplattform will sich vor Ablauf der Konsultationsfrist Ende November eine weiteres Mal treffen. (tag/sda)

Erstellt: 13.11.2017, 11:29 Uhr

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