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Mexikos Telekom-Milliardär Slim erleidet Schlappe vor Gericht

Mexiko-Stadt Der mexikanische Telekom-Milliardär Carlos Slim kann auf seinem Heimatmarkt vorerst nicht ins Fernsehgeschäft einsteigen: Ein Gericht wies die Einwände des reichsten Mannes der Welt gegen einen entsprechenden Entscheid der Regierung endgültig zurück.

Damit liegt es in der Hand des designierten Präsidenten Enrique Peña Nieto (PRI), ob Slim zunächst mehr Wettbewerb auf dem von ihm beherrschten Markt für Handy- und Internetverbindungen zulassen muss, bevor sein Unternehmen Telmex eines Tages vielleicht doch die gewünschte Fernsehlizenz erhält. Der mexikanische Fernsehmarkt wird derzeit dominiert von den Konzernen Televisa und TV Azteca, die sich die immensen Werbeeinnahmen praktisch aufteilen. Der 72-jährige Slim versucht schon seit langem, einen Stück von diesem Kuchen abzubekommen. Guter Draht zur PRI Andererseits konnte er sich in den 1990er Jahren dank seiner guten Verbindungen zur damals regierenden PRI die wichtigsten Lizenzen im Telekomgeschäft sichern, was den Grundstein für seinen heute beispiellosen Reichtum legte. Wegen des fehlenden Wettbewerbs bezahlen die mexikanischen Kunden einer OECD-Studie zufolge jedes Jahr Milliarden an Dollar zu viel für Internet und Handy. Peña Nietos Nähe zu Televisa Bei der Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag ging nun ausgerechnet der PRI-Kandidat Peña Nieto als Sieger hervor. Allerdings wird dem jungen und telegenen Politiker eine gewisse Nähe zum Fernsehkonzern Televisa nachgesagt, was nicht zuletzt auch an seiner Ehe mit einer der beliebtesten Telenovela-Darstellerinnen dieses Senders liegt. «Mexikos neue Regierung wird eine goldene Gelegenheit haben, um bei der TV-Linzenz für Slim ganz von vorne zu beginnen und ein Signal zu senden, dass sie wirklich neutral ist», erklärte Analyst Carlos Ramirez von der Eurasia Group in Washington. «Peña Nieto muss schnell beweisen, dass er nicht mit Televisa verheiratet ist.» Der Wirtschaftsberater von Peña Nieto lehnte eine Stellungnahme zum Urteil vom Donnerstag ab. Auch der Slim-Konzern Telmex wollte sich zunächst nicht weiter dazu äussern.

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