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Kuoni trotzt arabischem Frühling und Katastrophen Reisekonzern dank Grosseinkauf mit Rekordumsatz und Gewinnsprung

Kuoni hat im vergangenen Jahr den Rückschlägen durch den arabischen Frühling, die Schuldenkrise in Europa, den Katastrophen in Asien und dem starken Franken getrotzt.

Dank einem Grosseinkauf gelang dem grössten Schweizer Reisekonzern ein Rekordumsatz und ein Gewinnsprung. Der Umsatz kletterte um 28,3 Prozent auf 5,11 Milliarden Fr. zu. Damit hat Kuoni erstmals in seiner Geschichte die 5-Milliardengrenze geknackt. Alleine der Kauf des britischen Internetreisebüros GTA (Gullivers Travel Association) brachte 1,35 Milliarden Fr. zusätzlichen Umsatz. Aber auch ohne GTA und weiteren kleineren Akquisitionen wäre Kuoni um 1,2 Prozent gewachsen. «Aus meiner Sicht war 2011 ein sehr erfolgreiches Jahr», sagte Konzernchef Peter Rothwell am Dienstag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. «Wir sind organisch gewachsen, wir haben die Profitabilität gesteigert und die grösste Akquisition unserer Firmengeschichte erfolgreich durchgeführt.» Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte um 27,1 Prozent auf 74,2 Millionen Franken. Unter dem Strich schoss der Reingewinn dank eines besseren Finanzergebnisses gar um 43,5 Prozent auf 33,3 Millionen Fr. hoch. Damit hat Kuoni gemäss der Nachrichtenagentur AWP bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Finanzgemeinde übertroffen. An der schwächeren Schweizer Börse legte die Aktie um knapp 6 Prozent auf 18,75 Fr. zu. Gegenwind Dabei hatte Kuoni wie andere Reiseveranstalter auch mit zahlreichen Widrigkeiten zu kämpfen. Wegen der politischen Umstürze im arabischen Frühling mieden die Touristen die aufgewühlten Länder Nordafrikas. Das Geschäft in Ägypten, das bislang das zweitwichtigste Reiseziel bei Kuoni gewesen war, brach ein. Mittlerweile ist das Land am Nil auf den sechsten Platz der Umsatzrangliste zurückgefallen. Auch die Atomkatastrophe von Fukushima und die Überflutungen in Thailand machten dem Tourismus zu schaffen. In Europa verdarb zusätzlich die Schuldenkrise den Leuten die Reiselust und sorgte für Verluste von Kuoni in Frankreich, Italien und Spanien. In der Schweiz litt das Geschäft neben dem starken Nachfragerückgang für Ferien in Nordafrika unter dem starken Franken. Wegen des Tiefflugs des Euro hätten die Menschen im Sommer in den Nachbarländern gebucht, vor allem in Deutschland, sagte Rothwell. Kuoni sah sich gezwungen, die Preise hierzulande zu senken. Mindestkurs als Segen Mit der Einführung der Euro-Untergrenze durch die Schweizerische Nationalbank habe sich die Lage beruhigt, sagte Finanzchef Meier. Man habe mit den Anbietern neue Verträge ausgehandelt. Mittlerweile habe die Schweiz einen Preisvorteil gegenüber den Euro-Preisen. In der Schweiz schrumpfte der Umsatz um 11 Prozent auf 712 Millionen Franken. Dank Kosteneinsparungen sank der Betriebsgewinn nur leicht von 8,3 Millionen auf 8,1 Millionen Franken. Deutlich verstärkt hat sich Kuoni dank GTA in Asien. Auch das Reiseveranstaltergeschäft in Indien legte zu. Überdies erwies sich das Visa-Geschäft als sehr einträglich. Hier übernimmt Kuoni die Verarbeitung von Visa-Anträgen von den Botschaften und Konsulaten, wobei der Entscheid über die Visa-Erteilung allerdings bei den diplomatischen Vertretungen bleibt. Damit profitiert der Konzern von der zunehmenden Reiselust der asiatischen Mittelschicht, die für beinahe alle Länder ein Visum braucht. Für 2012 zeigt sich Kuoni positiv. «Der aktuelle Geschäftsverlauf der ersten Wochen des laufenden Jahres stimmt uns zuversichtlich für 2012», erklärte Rothwell. Die politischen Turbulenzen in Griechenland und auf dem Ferienparadies Malediven könnten allerdings negative Einflüsse auf den dortigen Tourismus haben.

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