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«Wohnungsmarkt überbordet nur in Hotspots»

Johann Schneider-Ammann sieht keinen Anlass in den Wohnungsmarkt einzugreifen. Der Wirtschaftsminister warnt gar von einem Überangebot.

Im Durchschnitt wendet der Bürger 20 Prozent seines Budgets fürs Wohnen auf: Wohnsiedlung in Zug.
Im Durchschnitt wendet der Bürger 20 Prozent seines Budgets fürs Wohnen auf: Wohnsiedlung in Zug.

«In gewissen Städten ist der Wohnraum knapp, die Mieten steigen», räumte Schneider-Ammann in einem Interview ein, das die Zeitungen «Nordwestschweiz» und «Südostschweiz» heute veröffentlichten. «Eine Situationsanalyse ergab aber, dass der Wohnungsmarkt alleine in gewissen Hotspots in den Städten überbordet.»

Die Fakten auf dem gesamten Wohnungsmarkt zeigten ein anderes Bild: Durchschnittlich wende eine Person 20 Prozent ihres Budgets fürs Wohnen auf. «Gute Wohnungen werden zu erschwinglichen Preisen vermietet», sagte Schneider-Ammann.

Deshalb habe der Bundesrat im Mai entschieden, nicht grundsätzlich in den Wohnungsmarkt einzugreifen. Die Landesregierung hat im September aber den Referenzzins gesenkt, «was zumindest für das nächste Jahr die Mieten stabilisieren oder senken soll». Zudem können Wohnbaugenossenschaften neu Darlehen nicht nur für den Bau, sondern auch für den Erwerb von Bauland beanspruchen.

«Eingreifen des Bundes ist nicht erwünscht»

Der «wohnungspolitische Dialog» mit den Städten und Kantonen werde aber noch vor Ende Jahr einen Bericht abliefern. «Frühere Gespräche mit Kantonsvertretern haben gezeigt, dass ein Eingreifen des Bundes nicht erwünscht ist», hielt Schneider-Ammann fest.

Dies sei auch vernünftig, denn «Kantone und Städte sind für die Lösung regionaler und lokaler Wohnungsprobleme viel besser aufgestellt als der Bund».

Schneider-Ammann bekräftigte seine Kritik an der SP, die damit drohte, die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien abzulehnen, wenn keine flankierenden Massnahmen auf dem Wohnungsmarkt erlassen werden.

Die Ideen der SP, die unter anderem Aufschläge bei Mieterwechseln limitieren will, schränkten den Wohnungsmarkt ein. «Niemand würde mehr aus freien Stücken in den Wohnungsmarkt investieren. Das bedeutet weniger Wohnbau und steigende Mieten», warnte Schneider-Ammann.

So viele Neubeuten wie nie zuvor

Zur Studie, wonach auch in bestehenden Mietverträgen bald mit dem Anstieg des Referenzzinses markante Preisaufschläge anstünden, sagte der Wirtschaftsminister, man solle nicht mit Angst operieren. Es würden so viele Wohnungen gebaut wie nie zuvor, innerhalb und ausserhalb der Zentren.

Wenn sich die Einwanderung abschwächt, könne ein Überangebot entstehen, das die Mieten drücke. Für Schneider-Ammann ist es «auf längere Dauer undenkbar, dass Jahr für Jahr 70'000 Menschen zu uns kommen». Die Zuwanderung werde sich stabilisieren, wenn die Konjunktur abflaue.

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