Wie Griechenland sechs Milliarden Euro einnehmen will

Das hochverschuldete Land muss seine Spar- und Privatisierungsanstrengungen verstärken, um weitere Finanzhilfen zu bekommen. Nun hat die Regierung einen entsprechenden Plan vorgelegt.

Steht vor einer schwierigen Aufgabe: Der griechische Finanzminister George Papaconstantino.

Steht vor einer schwierigen Aufgabe: Der griechische Finanzminister George Papaconstantino.

(Bild: Keystone)

Mit weiteren Steuererhöhungen und der Verringerung von Steuer-Ausnahmen sollen noch im laufenden Jahr rund 6,4 Milliarden Euro zusätzlich eingenommen werden. Ein Vertreter der griechischen Regierung erklärte, Ministerpräsident Giorgos Papandreou werde dem Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker am Freitag die zentralen Punkte eines entsprechenden neuen Mittelfrist-Programms vorlegen. Nebst Steuererhöhungen sollen zudem die Privatisierungen beschleunigt und die Staatsausgaben gekürzt werden.

Derzeit ist eine Expertenmission der Troika aus dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) dabei, die finanzpolitischen Fortschritte Griechenlands zu überprüfen und sich Klarheit über weitere Einsparungen und über Massnahmen des längst beschlossenen Privatisierungsplans zu verschaffen. Sie will ihre Arbeit bis Freitag abschliessen.

4 Milliarden Euro für Spanien

Spanien hat derweil fast 4 Milliarden Euro am Kapitalmarkt eingesammelt, musste die Investoren aber mit höheren Zinsen locken. 2,75 Milliarden Euro nahm die staatliche Finanzagentur am Donnerstag mit der Emission einer dreijährigen Anleihe ein. Die durchschnittliche Rendite lag mit 4,037 Prozent deutlich über dem Niveau der vorherigen Auktion (3,568 Prozent).

Gleichzeitig wurde eine Anleihe mit vierjähriger Laufzeit im Volumen von 1,2 Milliarden Euro mit einer durchschnittlichen Rendite von 4,23 Prozent begeben. Bei beiden Anleihen überstieg die Nachfrage der Investoren das Angebot deutlich.

Analysten sind zuversichtlich

Analysten bezeichneten die Ergebnisse der Anleihenemission als gut. Sie würden die These stützen, dass Spanien ähnliche Probleme wie Griechenland, Irland und Portugal vermeiden könne. Die viertgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone galt lange als nächster Kandidat für Hilfskredite von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds.

jak/sda

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