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Wie der Fachkräftemangel bekämpft werden soll

Absichtserklärungen: 95 Prozent aller Jugendlichen sollen künftig über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen – dabei ist das jetzt schon beinahe der Fall.

Ein Schlüssel ist die berufliche Grundausbildung: Eine angehende Glasmalerin bei der Arbeit in Zürich. (Archiv)
Ein Schlüssel ist die berufliche Grundausbildung: Eine angehende Glasmalerin bei der Arbeit in Zürich. (Archiv)
Keystone

In Zukunft sollen mehr Jugendliche nach der obligatorischen Schulzeit eine weiterführende Schule oder eine Berufslehre absolvieren. Dies erklärten Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann sowie die Arbeitgeber und die Gewerkschaften.

Erklärtes Ziel ist es, dass in Zukunft 95 Prozent aller Jugendlichen über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen – also über eine berufliche Grundbildung, eine Berufsmatura, eine gymnasiale Matura oder einen Abschluss einer Fachmittelschule.

95 Prozent schon fast erreicht

Damit soll dem Mangel an inländischen Fachkräften begegnet werden, der seit der Annahme der Zuwanderungsinitiative im vergangenen Jahr in aller Munde ist. Gemäss den aktuellsten verfügbaren Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) lag die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II im Jahr 2012 bereits bei 94,7 Prozent.

In ihrer Erklärung halten die Kantone, der Bund, die Organisationen der Arbeitswelt sowie die Lehrerschaft zudem fest, dass der Fachkräftemangel auch auf der Ebene der Höheren Berufsbildung, also auf der Tertiärstufe, bekämpft werden soll.

Aus diesem Bereich rekrutiere die Wirtschaft ihre Kader und dort würden die künftigen Unternehmer ausgebildet, halten die Verbundpartner fest. Eine Massnahme hat der Bundesrat bereits ergriffen: Er schlägt eine Gesetzesänderung vor, die es dem Bund erlauben würde, die Vorbereitungskurse für Berufs- und Höhere Fachprüfungen zu subventionieren. Die Vorlage ist derzeit in der Vernehmlassung.

Ausfallquote verringern

Das «Commitment» enthält mehrere Absichtserklärungen, aber wenige konkrete Massnahmen. So soll der Berufsorientierung an den weiterführenden Schulen «vermehrt Beachtung geschenkt werden». Dazu zählen der Besuch von Berufsmessen, die Möglichkeit einer Schnupperlehre, sowie Tage der offenen Tür in Betrieben.

Ausserdem soll die Ausfallquote während der beruflichen Grundbildung verringert werden. Die Berufsverbände sollen die Lehrabbruchsquoten und Prüfungsmisserfolge in den einzelnen Berufen analysieren. An den Kantonen ist es dann, konkrete Massnahmen zu ergreifen.

Das Bildungsdepartement von Schneider-Ammann wies in einer Mitteilung vom Dienstag zudem auf die 2011 lancierte Fachkräfteinitiative hin. Diese kommt bisher eher in kleinen Schritten voran. Deshalb sah sich der Bildungsminister in der Frühjahrssession im Ständerat auch mit harter Kritik konfrontiert.

«Mehr Leadership und Tempo»

Gefordert wurde unter anderem «mehr Leadership» und «mehr Tempo». Zudem wurde der fehlende Fokus sowie die fehlende Verbindlichkeit moniert. «Wir arbeiten und tun das Möglichste», entgegnete Bundesrat Schneider-Ammann damals.

SDA/spu

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