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UBS warnt vor Austritt Griechenlands aus der Eurozone

Die drohende Zahlungsunfähigkeit Athens lässt die Börsen erzittern und drückt den Eurokurs. Eine neue Studie der UBS kommt zu einem alarmierenden Befund.

Rita Flubacher

Der Euro geriet gestern erneut stark unter Druck und fiel gegenüber dem Dollar um mehr als 1 Prozent. Gegenüber dem Yen verzeichnete er sogar den tiefsten Stand seit zehn Jahren. Es ist anzunehmen, dass die Schweizerische Notenbank intervenieren musste, um die von ihr festgelegte Mindestkursgrenze von 1.20 Franken pro Euro zu verteidigen.

Hintergrund des neuerlichen Kursabfalls ist die Diskussion um eine Pleite Griechenlands, die immer lauter geführt wird. Im September benötigt Athen die nächste Tranche aus dem mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarten Hilfspaket. Das Land hat mittlerweile Gesamtschulden von 350 Milliarden Euro. Doch die griechische Regierung hat die vereinbarten Sparziele bisher nicht erfüllt.

Bankensystem könnte kollabieren

An den Finanzmärkten glaubt man offenbar kaum mehr an den Erfolg einer Rettung der Griechen. Gestern erreichten die Kosten für eine Kreditausfallversicherung Griechenlands ein neues Rekordhoch. Wer griechische Staatsanleihen im Wert von zehn Millionen Euro mit fünfjähriger Laufzeit gegen einen Ausfall versichern wollte, musste fast vier Millionen Euro hinblättern. Rekordhohe Preise wurden auch bei einigen anderen südeuropäischen Staaten verlangt. Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht derweil mit Käufen von Staatsanleihen in Milliardenhöhe, die Euroschuldenländer weiter zu stützen, obwohl die Käufe EZB-intern stark umstritten sind und vergangene Woche zum Rücktritt des Chefökonomen Jürgen Stark geführt hatten.

Kommt es zur Zahlungsunfähigkeit mit Schuldenschnitt, erhielten die Gläubiger nur noch einen Teil ihres Geldes zurück. Bei früheren Staatspleiten waren es meist rund 50 Prozent. Die andere Lösung: Griechenland tritt aus der Währungsunion aus und kehrt zur Drachme zurück. Athen könnte über einen günstigeren Wechselkurs die Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft erhöhen, lautet die gängige Ansicht. Eine neue Studie der UBS kommt nun zu einem alarmierenden Befund: Verlässt ein schwaches Land die Eurozone, droht ihm die Zahlungsunfähigkeit. Davon wären auch die griechischen Firmen betroffen. Das Bankensystem könnte kollabieren, ebenso der Aussenhandel.

Die UBS-Ökonomen haben berechnet, dass dies die Griechen im ersten Jahr zwischen 9500 bis 11500 Euro pro Kopf kosten könnte. Das entspräche einem Anteil von 40 bis 50 Prozent des Bruttosozialproduktes. In den Folgejahren würden sich die Kosten auf 3000 bis 4000 Euro pro Person belaufen. Laut UBS könnte das Beispiel Griechenlands zudem in anderen Wackelstaaten zu Panikreaktionen der Bürger und zu einem Run auf die Banken führen, womit das gesamte Eurozahlungssystem beeinträchtigt würde.

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