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Trübe Aussichten für Schweizer Industrie

Aus Verunsicherung wegen der Zypern-Krise kaufen Schweizer Unternehmen weniger ein. Erstmals seit letztem Dezember fällt der Einkaufsmanagerindex aus der Wachstumszone.

Einkaufsmanagerindex fällt: Mitarbeiter eines Rüstungskonzerns an der Arbeit. (2. November 2009)
Einkaufsmanagerindex fällt: Mitarbeiter eines Rüstungskonzerns an der Arbeit. (2. November 2009)
Keystone

Die Aussichten für die Schweizer Industrie verdüstern sich weiter: Im März fiel der Einkaufsmanagerindex (PMI) gegenüber dem Februar um 2,5 auf 48,3 Zähler. Damit rutschte der Index erstmals seit letztem Dezember aus der Wachstumszone, die bei 50 Punkten beginnt. Der Einkaufsmanagerindex lag damit unter den Erwartungen. Ökonomen hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP einen Wert von 50,3 bis 51,0 Punkten vorhergesagt.

Die Wirren um das Rettungspaket für Zypern und das Patt bei den italienischen Wahlen sorgten auch bei Schweizer Unternehmen für Verunsicherung, teilte die Credit Suisse mit, die den PMI zusammen mit dem Einkäuferverband erhebt.

Die rege Dynamik in der Industrieproduktion wurde gestoppt. Hier stürzte der Index gleich um 8 Zähler auf 49 Punkte ab. Damit fiel er unter die Wachstumsschwelle. Zudem handelten die Unternehmen im Einkauf mit äusserster Vorsicht. Sie hätten die Einkaufsmenge verringert und die Einkaufslager beschleunigt abgebaut.

Risiko steigt

Die Skepsis der Unternehmen bezüglich der Nachfrage wurde durch die leichte Verringerung des Auftragsbestandes genährt. Auch der Auftragsbestand rutschte im März aus der Wachstumszone (48,8 Punkte).

Auch in der Eurozone sieht es düster aus. Der Einkaufsmanagerindex fiel im März um 1,1 auf 46,8 Punkte, teilte das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 3000 Unternehmen mit. «Der Industriesektor dürfte die Konjunktur im ersten Quartal belastet haben», sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Zugleich sei das Risiko gestiegen, dass sich der Abschwung im Frühjahr noch verstärke.

Kein Personalabbau im grossen Stil

Die Ökonomen der CS gehen davon aus, dass das jüngste Aufflackern der Krise zwar noch eine Weile andauern werde, der Trend zur mittelfristigen Erholung in der Eurozone dadurch aber nicht in Gefahr sei. Zahlreiche Unternehmen würden diese Zuversicht offenbar teilen.

Zumindest, wenn deren Personalentscheide als Indikator der mittelfristigen Entwicklung angesehen würden. Im März stieg der Beschäftigungsindex erneut an und erreichte mit 49,4 Zählern beinahe die Wachstumszone. Dies war der höchste Stand seit September 2011.

SDA/kle

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