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«Sehr pessimistisch für Europa»

Noch-Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer prognostiziert eine anhaltende wirtschaftliche Schwäche Europas. Die Schweizer Unternehmen hätten dagegen ihre Aufgaben gut gemeistert.

Befürchtet eine hohe politische und soziale Instabilität in der EU: Gerold Bührer, Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. (Archivbild)
Befürchtet eine hohe politische und soziale Instabilität in der EU: Gerold Bührer, Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. (Archivbild)
Keystone

Gerold Bührer, der abtretende Präsident des Schweizer Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, äussert sich wenig zuversichtlich zur Zukunft Europas. Er sei «sehr pessimistisch für Europa». Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei bloss noch «eine Frage der Zeit», sagt Bührer in einem Interview mit der Zeitschrift «Bilanz» (Vorabdruck von morgen).

Der Effekt auf die gesamteuropäische Wirtschaft könnte zwar in Grenzen gehalten werden. Europa bleibe dennoch wirtschaftlich über längere Zeit lädiert. Bührer prognostiziert, er sehe während Jahren eine Kriechspur, und er befürchte eine hohe politische und soziale Instabilität.

Bührer stützt Euro-Mindestkurs nach wie vor

Die Schweizer Unternehmen haben laut Bührer ihre Aufgaben insgesamt sehr gut gemeistert, bezüglich Kosten, Innovationen aber vor allem bei der geografischen Diversifikation ausserhalb Europas. Mit der Schuldenbremse habe die Politik für Stabilität und Vertrauen gesorgt.

Und er unterstütze auch den Euro-Mindestkurs der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nach wie vor: Ohne ihn wäre der Euro vermutlich unter Parität gefallen, und die Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaft wären dramatisch, sagte Bührer.

Spielraum für SNB

Längerfristig bringe die grössere Teuerung in der Euro-Zone als in der Schweiz der SNB etwas Spielraum. So sinke natürlich die Differenz zum Kaufkraftparitätenkurs. Langfristig könne der Mindestkurs wegen des Teuerungseffekts leicht sinken.

Bührer tritt per 1. Oktober nach sechs Jahren vom Präsidium bei Economiesuisse zurück. Als sein Nachfolger ist Rudolf Wehrli nominiert, der Verwaltungsratspräsident des Chemiekonzerns Clariant.

Kosten um 25 Prozent gesenkt

Bührer sieht Economiesuisse gut aufgestellt: «Als ich anfing, war der Graben Finanzplatz – Werkplatz akut.» Mit einer Strukturreform und einer geänderten Beitragsordnung seien die Reihen geschlossen und die Schlagkraft gegen aussen vergrössert worden.

«Wir mussten dafür sorgen, dass die diversen Mitgliederverbände wieder das Gefühl hatten, sie sässen auch am Tisch, an dem die Entscheide fallen und nicht abseits am Katzentisch.» Gleichzeitig habe Economiesuisse die Kosten um 25 Prozent gesenkt und sich aufs Kerngeschäft konzentriert, sagte Bührer.

SDA/rbi

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