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Schweizer Aussenhandel hat deutlich zugelegt

Der Schweizer Aussenhandel blüht. Die Exporte haben sich im ersten Halbjahr 2010 klar von der Weltwirtschaftskrise erholt. Sie stiegen nominal um 8,2 Prozent (real: 6 Prozent) auf rund 96 Milliarden Franken.

Hier fiel mehr Arbeit an: Rheinhafen in Basel.
Hier fiel mehr Arbeit an: Rheinhafen in Basel.
Keystone

Die Ausfuhren nahmen im zweiten Quartal etwas kräftiger zu als im ersten. Der Wachstumstrend wurde damit bestätigt, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilt. Dennoch näherten sich die Exporte erst wieder dem Niveau des ersten Halbjahres 2007 und sind damit noch immer weit entfernt von den Rekordzahlen von 2008.

Die Importe legten demgegenüber im ersten Semester um 7,7 Prozent (real: 6,0 Prozent) auf 86,1 Milliarden Franken zu. Während die Einfuhren im ersten Quartal nur leicht zunahmen, wuchsen sie im zweiten Quartal zweistellig. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Handelsbilanz einen Überschuss von 9,9 Milliarden Franken. Er fiel um 12,7 Prozent höher aus als in der Vorjahresperiode.

Allein im Juni stiegen die Exporte im Vorjahresvergleich um 14,8 Prozent (real: +13,2 Prozent) und hielten somit ihr zweistelliges Wachstum aufrecht. Die Einfuhren wuchsen im Juni um 14,8 Prozent auf 15,5 Milliarden Franken (real: +13,2 Prozent). Arbeitstagsbereinigt legten die Ausfuhren um 12 Prozent (real) und die Einfuhren um 10,5 Prozent (real) zu, da der diesjährige Juni einen Arbeitstag mehr umfasste.

Uhren und Metallprodukte

Besonders Uhren und Metallprodukte erfreuen sich in letzter Zeit einer starken Nachfrage aus dem Ausland. Die Exporte der Uhrenindustrie haben im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent (real: ebenfalls 35 Prozent) zugelegt, der Wert der exportierten Uhren betrug 1,5 Milliarden Franken. Im Halbjahr wuchsen die Ausfuhren um 19,7 Prozent auf 7,3 Milliarden Franken.

Die Erholung bei den Uhrenexporten sei sehr deutlich, beziehe sich aber auf eine «besonders niedrige» Vergleichsbasis, weshalb sie zur Kompensation des Einbruchs von 2009 nicht ausreiche, erklärte der Branchenverband FHS.

Mehr Exporte trotz schwachem Euro

Die Metallindustrie-Exporte stiegen im Juni ebenfalls stark um 34,4 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken. Im Halbjahr verzeichneten sie ein Plus von 22,5 Prozent auf 6,3 Milliarden Franken, die chemische Industrie legte um 10,1 Prozent auf 39,2 Milliarden Franken zu. Aber nicht ganz alle Branchen konnten mehr exportieren: Die Bekleidungsindustrie verlor um 19,1 Prozent auf 758 Millionen Franken.

Nach Regionen unterteilt stiegen die Ausfuhren nach Lateinamerika, Asien und Nordamerika im Halbjahr in zweistelliger Höhe. Die Lieferungen in die EU wuchsen trotz des im Vergleich zum Franken schwachen Euros um 5,6 Prozent auf 57,7 Milliarden Franken, jene nach Ozeanien um 7,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken. Einzig die Exporte nach Afrika nahmen um 4 Prozent auf 1,8 Milliarden ab.

Die Schweiz importierte insbesondere Rohstoffe und Halbfabrikate. Diese Posten nahmen um 14,6 Prozent auf 21,2 Milliarden Franken zu. Dabei stieg der Import von Metallen allein um 30 Prozent, jener von Chemikalien um 17 Prozent.

Gefragte Autos

Bei den Konsumgütern (+5,7 Prozent auf 37,6 Milliarden Franken) waren besonders Autos beliebt: Ganze 22 Prozent betrug hier das Plus. Aber auch Unterhaltungselektronik wurde um 12,7 Prozent mehr importiert. Am schwächsten nahmen die Investitionsgüter zu (+4,4 Prozent).

Die Importe entwickelten sich aus allen Kontinenten ausser Ozeanien positiv. Die Einfuhren aus Lateinamerika und Afrika stiegen um je einen Viertel auf 839 Millionen beziehungsweise 954 Millionen Franken, jene aus der EU trotz der für die Schweiz günstigen Währungssituation um acht Prozent auf 68,1 Milliarden Franken.

SDA/bru/sam

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