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Schweizer Arbeitsmarkt trotzt der Krisenstimmung

In der Schweiz ist die Zahl der Arbeiter im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent gestiegen. Von der guten Entwicklung profitieren vor allem die Frauen. Positive Daten meldet auch Deutschland.

Es gibt wieder was zu tun: Arbeiter der EWZ verlegen Glasfaserkabel in Zürich.
Es gibt wieder was zu tun: Arbeiter der EWZ verlegen Glasfaserkabel in Zürich.
Keystone

Der Arbeitsmarkt in der Schweiz ist weiter auf Erholungskurs. Im zweiten Quartal stieg die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent. Gesamthaft gingen in der Schweiz 4,7 Millionen Menschen einer Arbeit nach, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt. Die Erwerbslosenquote gemäss Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) reduzierte sich im gleichen Zeitraum von 4,2 auf 3,6 Prozent.

Auch in der Europäischen Union erholte sich der Arbeitsmarkt, allerdings weniger stark. Die Anzahl Erwerbstätiger erhöhte sich dort um 0,3 Prozent, die Arbeitslosenquote ging leicht von 9,6 auf 9,4 Prozent zurück.

In der Schweiz profitierten insbesondere die Frauen sowie die jungen Arbeitnehmenden von der Entspannung am Arbeitsmarkt. Unter den Frauen ging die Arbeitslosigkeit von 4,8 auf 3,7 Prozent zurück, während die Quote bei den Männern von 3,8 auf 3,5 Prozent sank.

Junge profitieren

Unter den 15- bis 24-Jährigen waren 5,9 Prozent erwerbslos. Im Jahr zuvor waren es noch 7,2 Prozent gewesen. Am geringsten war die Arbeitslosenquote in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen, wo sie von 3,3 auf 3,1 Prozent sank.

Sowohl unter den Schweizern als auch innerhalb der ausländischen Wohnbevölkerung gab es weniger Arbeitslose. Die Erwerbslosenquote bei den Schweizern ging von 3,2 auf 2,6 Prozent zurück, bei den Ausländern von 7,5 auf 6,6 Prozent.

Zwischen den einzelnen Ausländergruppen offenbaren sich wesentlich grössere Unterschiede als zwischen Schweizern und Ausländern: Bei Personen aus dem EU- und EftaRaum betrug der Anteil Erwerbsloser 4,6 Prozent, bei Menschen aus Drittstaaten dagegen 10,7 Prozent.

Das BFS berechnet die Erwerbslosenquote gemäss der international gültigen Definition der ILO. Die Quote unterscheidet sich deshalb von jener des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), dessen Statistik nur die tatsächlich registrierten Personen umfasst.

Auch in Deutschland weniger Arbeitslose

Die Herbstbelebung hat auch in Deutschland dem Arbeitsmarkt im September einen unerwartet starken Schub gegeben. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 149'000 auf 2,796 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging um 0,4 Punkte auf 6,6 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 231'000 Menschen weniger auf Jobsuche.

Im September waren nach BA-Angaben 3.935.000 Menschen unterbeschäftigt, 509'000 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung ist damit stärker gesunken als die Arbeitslosigkeit. Als unterbeschäftigt gilt, wer unfreiwillig weniger arbeitete als der Schnitt und sich um mehr Arbeit bemüht.

Schulferien liessen Arbeitslosigkeit leicht steigen

«Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im September weiter verbessert», sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise. Die Zahl der Erwerbstätigen wachse ebenso wie die der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steige. Im August war die Arbeitslosenzahl im Zuge der Werks- und Schulferien noch um 5000 auf 2,945 Millionen gestiegen.

Mit dem Ende der Hauptferienzeit hatten die von der Nachrichtenagentur dapd befragten Volkswirte zuvor damit gerechnet, dass die Zahl der Arbeitslosen zwischen August und September um 110'000 bis 125'000 zurückgehen würde. Allen Konjunktursorgen zum Trotz wurden diese Erwartungen nun noch übertroffen.

Zuletzt hatte Weise aber noch vor einer nachlassenden Dynamik auf dem Arbeitsmarkt gewarnt. Sollte es zu einem Wirtschaftseinbruch kommen, könnten viele Unternehmen nicht noch einmal eine Durststrecke durchstehen wie während der Wirtschaftskrise vor zwei Jahren.

(SDA)

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