Panikverkäufe bei «Hacker-Währung» Bitcoin

Technische Probleme oder geplatze Blase? Die digitale Kunstwährung Bitcoin verlor auf einen Schlag 60 Prozent ihres Wertes. Die Eurokrise hatte ihren Kurs zuvor auf Rekordhöhen steigen lassen.

Mike Caldwell stellt physische Bitcoins her: Caldwell in seinem Shop in Sandy, im US-Bundesstaat Utah. (3. April 2013)

Mike Caldwell stellt physische Bitcoins her: Caldwell in seinem Shop in Sandy, im US-Bundesstaat Utah. (3. April 2013)

(Bild: Keystone)

Panik im Handel mit der digitalen Kunstwährung Bitcoin: Der Wert der dezentral verwalteten Geldeinheit an den internationalen Online-Börsen stürzte binnen weniger Stunden um 60 Prozent in die Tiefe, konnte sich dann aber wieder etwas erholen.

Der Betreiber der Online-Börse Mt. Gox, über die nach eigenen Angaben der grösste Teil des Bitcoin-Handels abgewickelt wird, sprach von Panik-Verkäufen, die das System überfordert hätten. Jetzt sollen zusätzliche Server installiert werden, um den Andrang zu bewältigen. Die Zahl der Transaktionen habe sich innerhalb von 24 Stunden verdreifacht, erklärte Mr. Gox heute Donnerstag in einem Facebook-Eintrag. Jeden Tag würden 20'000 neue Konten bei der Online-Börse eingerichtet.

Von 5 auf 266 Dollar in einem Jahr

Bis Mittwoch stieg der Bitcoin-Kurs zunächst auf 266 Dollar, um dann binnen weniger Stunden auf 105 Dollar abzustürzen. Der Kurs erholte sich am Donnerstag auf etwas mehr als 179 Dollar. Vor einem Jahr war die «Hacker-Währung» noch mit 5 Dollar bewertet worden. Unter dem Eindruck der Euro-Krise stösst das lange Zeit belächelte Bitcoin-Konzept nun auf eine steigende Nachfrage. Skeptiker befürchten eine Spekulationsblase.

Das 2009 gestartete Bitcoin-Projekt erzeugt das digitale Zahlungsmittel mit der Abkürzung BTC mit einer zeit- und rechenaufwendigen Verschlüsselungstechnik, die jedes Kopieren unmöglich macht. Die Währung wird vor allem für Transaktionen im Internet verwendet.

Die Zahl der Währungseinheiten ist auf 21 Millionen begrenzt. Der zuletzt stetig gestiegene Kurs gegenüber herkömmlichen Währungen ergibt sich aus Angebot und Nachfrage in Tauschbörsen.

rub/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt